Duisburg: Rolf Holz tritt nicht mehr an
zuletzt aktualisiert: 12.12.2008Duisburg (RPO). Hochemmerich (skai / RP) Bei den nächsten Kommunalwahlen muss die SPD auf einen prominenten Mitstreiter verzichten: Rolf Holz, derzeit erster stellvertretender Bezirksbürgermeister, beendet mit Auslaufen der Legislaturperiode im Oktober kommenden Jahres seine Mandatstätigkeit. Der 50 Jahre alte Polizeibeamte hat seinem SPD-Ortsverein Hochemmerich jetzt überraschend mitgeteilt, dass er für den Listenplatz 3 der Reserveliste nicht mehr zur Verfügung steht.
Im Gespräch mit unserer Zeitung gab Holz gestern rein persönliche Gründe für seine Entscheidung an. „Das hat absolut nichts mit der Partei zu tun.“ Seine berufliche Tätigkeit als Verkehrssicherheitsbeauftragter bei der Polizei mit 41 Wochenstunden und die Aktivitäten als Sänger und Vorsitzender des Polizeichores ließen nur wenig zeitlichen Spielraum für das politische Mandat. „Wenn ich was mache, will ich das auch ganz machen. Ich war in letzter Zeit immer im Gewissenskonflikt, weil ich das eben nicht mehr konnte“, erklärte Holz. „Irgendwann ist der Kalender einfach voll.“ Zudem habe ihm sein Arzt dringend geraten, kürzer zu treten. „Ich habe mir das reiflich überlegt und für mich entschieden, dass ich die Notbremse ziehen muss.“
Holz war vor den Kommunalwahlen 2004 noch Mitglied bei den Grünen und nach einigen Monaten Parteilosigkeit zur SPD gewechselt. Die Genossen nominierten ihn 2004 als Kandidaten für den Posten des Bezirksvorstehers – bei der Wahl unterlag Holz jedoch denkbar knapp gegen Katharina Gottschling. Mitglied der SPD will Holz weiterhin bleiben. „Und auch meine Funktionen innerhalb der Partei werde ich weiter wahrnehmen“, kündigte er an.
Ortsverein muss „nachwählen“
Der SPD-Ortsverein Hochemmerich muss nun „nachwählen”. Und das wirft die Frage auf, wer seinen Hut für den sicheren Listenplatz 3 in den Ring werfen wird. Auf den Listenplätzen 6 und 10, die, gemessen am Proporz der Ortsvereine, von Hochemmerich besetzt werden, folgen Hans Medewitz und die Vorsitzende der Margarethensiedler, Ingrid Lenders.
Während Medewitz seinen ebenfalls relativ sicheren Listenplatz 6 kaum bei einer Neuwahl aufs Spiel setzen dürfte, könnte sich ein neuer Anlauf für Ingrid Lenders lohnen, denn: Damit Platz 10 der Reserveliste noch zieht, müssten die Genossen bei den nächsten Wahlen kräftig zulegen.
Eingeweihte halten es aber auch für möglich, dass sich Ersin Erdal, der bei der Wahl zur Ratsreserveliste eine schmerzliche Niederlage im Kampf um Platz 5 hinnehmen musste, erneut ins Spiel bringt. Erdal gilt als Intimus des Ortsvereinschefs Dirk Smaczny, ist aber unter der Mehrheit der übrigen Genossen alles andere als beliebt und keinesfalls unumstritten. Man darf also gespannt sein.
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