Duisburg: Rosenkrieg-Krimi vor Gericht
VON JULIA HAGENACKER - zuletzt aktualisiert: 08.11.2007Duisburg (RPO). Zu elf Monaten Haft auf Bewährung hat das Amtsgericht einen 54-Jährigen aus dem Duisburger Süden verurteilt. Im März 2004 soll er seine Ex-Frau überfallen und verprügelt haben. Er sagt, er habe ein Alibi. Jetzt wird vor dem Landgericht erneut verhandelt.
Dies ist die perfekte „Frisör-Geschichte“; eine Mischung aus Rosenkrieg-Drama und Sonntagabend-Krimi, über die man beim Strähnchen-Färben möglicherweise momentan spricht. Die Story spielt in einem Stadtteil im Duisburger Süden, die Protagonisten, ein Ex-Ehepaar, sind dort angesehen und bestens bekannt. 25 Jahre waren die beiden verheiratet, dann ließ man sich scheiden, im Jahr 2000 war das. Er sagt: „Weil sie eine Affäre mit ihrem Chef gehabt hat und regelmäßig viel zu viel Alkohol trank“. Sie sagt: „Weil er mich mit anderen Frauen betrog und wegen Nichtigkeiten immer wieder gewalttätig wurde.“ Die gemeinsame Tochter wohnte fortan beim Vater. Das muss man wissen, um den Rest zu verstehen.
Im Oktober 2006 hat das Amtsgericht ihn – einen 54-jährigen Monteur im Kundendienst – wegen gefährlicher Körperverletzung zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Am 15. März 2004 soll er seine Ex-Frau in der Garage des ehemals gemeinsamen Hauses überfallen, mit Fäusten verprügelt und getreten haben. Vier Tage lag die 53-Jährige danach im Krankenhaus. Sie sagt: „Ich hab’ ihn an den Händen, seiner Stimme und der Art seiner Schläge erkannt.“ Er sagt: „Das ist frei erfunden, ich bin zur Tatzeit gar nicht am Tatort gewesen.“ Seine Ex-Frau wolle sich rächen, weil ihr Kontakt zur Tochter vollends abgebrochen sei. Vor dem Landgericht wird der Fall jetzt erneut verhandelt.
Da gibt es nun die Sache mit dem Alibi zu klären. Die Tatzeit war gegen 18.30 Uhr. Um kurz nach 19 Uhr, das lässt sich belegen, ging der Angeklagte am Tattag seiner Arbeit nach. Für eine Firma repariert er in Gaststätten Spielautomaten, die besagte befand sich in Düsseldorf-Rath. Zuvor, gegen 18.20 Uhr, will er ein Dart-Gerät in Derendorf instandgesetzt haben, dafür allerdings gibt es keinen Beweis. Anschließend, gegen 20 Uhr, sagt der 54-Jährige, sei er zu einer Geburtstagsfeier seiner Schwägerin gefahren. Dafür wiederum existieren einige Zeugen. Wie gesagt: Rosenkrieg-Drama und Sonntagabend-Krimi. Der Prozess wird fortgesetzt.
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