Duisburg: Rot-Grüne Farbenspiele im Wahlkampf
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 06.05.2010Duisburg (RPO). Manche Grüne sind wie Bananen: erst grün, dann gelb, dann schwarz. Diesen Einblick in die politische Farbenlehre gab am Mittwoch Ralf Welters, Landtagskandidat der Grünen für den Duisburger Norden, auf die Frage nach der Ausrichtung der Partei in Duisburg.
Welters spielte damit auf den Realo-Flügel der Duisburger Grünen um Doris Janicki und Prof. Dieter Kantel an. Insgesamt stünden die Grünen aber für eine andere Ausrichtung: Gemeinsam mit den Sozialdemokraten wolle man bei den Landtagswahlen am Sonntag für einen Wechsel sorgen. Das Verhältnis von SPD und Grünen sei von großer Harmonie und inhaltlicher Übereinstimmung geprägt, betonten gestern Welters, Sait Keles (beide Grüne) und die SPD-Landtagsabgeordneten Gisela Walsken und Ralf Jäger in einer gemeinsamen Pressekonferenz.
Dagegen sei die Partei der Linken "derzeit nicht regierungs- und koalitionsfähig". "Die Linken müssten sich uns programmatisch schon sehr weit nähern, bevor es im Land zu einer Zusammenarbeit kommen könne. Sie sind in Duisburg weitaus pragmatischer als auf Landesebene. Es ist daher auch etwas ganz anderes, in der Stadt punktuell mit ihnen zusammenzuarbeiten als eine Regierung im Land zu stellen", so Duisburgs SPD-Parteichef, der zugleich stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Landtag ist. Jäger würde diese Diskussion am liebsten gar nicht mehr führen: "Der einzige, dem diese Debatte nützt, ist Jürgen Rüttgers."
Einigkeit bei SPD und Grünen bestehe insbesondere in der Schulpolitik, bei der beide Parteien die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems forderten. "Wir haben in Duisburg 4500 Hauptschulabgänger und 140 Anmeldungen für 13 Hauptschulen", stellte Jäger fest. Deshalb sei es Ausdruck von Ratlosigkeit, wenn die CDU plakatiere "Diese Schule wird geschlossen, wenn Rot-Rot regiert". Sait Keles betonte: "Wir wollen keine Einheitsschule, wir wollen eine Schule für alle." In seinem Wahlkreis im Duisburger Westen habe er bei vielen Veranstaltungen festgestellt, dass es viele Übereinstimmungen mit Rainer Bischoff (SPD) gebe. Auf Landesebene hätten sich Grüne und SPD auf vielen Gebieten angenähert, meinte Gisela Walsken. Als Beispiel nannte sie die Zusammenarbeit bei den Themen Privatisierung der Sparkassen, sozialer Wohnungsbau, Ausstieg aus der Atomenergie oder Kommunalfinanzen. Unterschiede gibt es vor allem bei den Themen fossile Brennstoffe beziehungsweise Kohlekraftwerke.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







