Duisburg: Rowdys werfen Feuerwerkskörper
zuletzt aktualisiert: 01.07.2008Duisburg (RPO). Proppenvoll – mit 8500 Besuchern – war die Public Viewing-Veranstaltung Sonntagabend an der Dreieckswiese. Das allerdings wollten vier „Fans“ nicht einsehen. Die Platzverweise vor dem Gelände reichten ihnen nicht, deshalb mussten sie vorläufig festgenommen werden. Ein 19-jähriger Duisburger wurde dabei so renitent, dass er einen Polizeibeamten zu Boden riss. Der erlitt dabei leichte Verletzungen. Der 19-Jährige trug nicht nur Schürfwunden am Kopf davon, er hat jetzt auch ein Strafverfahren am Hals.
Ein 25-Jähriger wollte ebenfalls mit Gewalt zur Fußballübertragung und versuchte dabei, einem Beamten den Schlagstock zu stehlen. Seine rabiates Verhalten wurde, so die Polizei, „durch körperliche Gewalt gebrochen“.
Insgesamt waren die Public Viewing-Abende ein „toller Erfolg“, so Duisburg-Marketing-Geschäftsführer Uwe Geste gestern. Möglich gemacht auch durch die Hauptsponsoren Sparkasse, Stadtwerke und Frischekontor. Dadurch habe das „Rudelgucken“ ganz kostenfrei stattfinden können.
Sonntagabend hatten sich mindestens 15 000 Fans auf den Weg zur Dreieckswiese gemacht, die dann aber, weil eben voll bis auf den letzten Platz, dicht gemacht werden musste. 2000 Fußballbegeisterte konnten dann noch von der Kruppstraße aus das Spiel einigermaßen verfolgen, der große Rest wurde dann aber wirklich im Vorfeld abgewiesen, wobei es zu der Konfrontation mit der Polizei kam. „Drinnen war es, wie 2006, völlig friedlich“, so Uwe Gerste.
Die Niederlage Deutschlands hielt Fußballanhänger nicht davon ab, Autokorsos zu veranstalten, besonders in Rheinhausen, Walsum und Marxloh/Hamborn. Straßen mussten deshalb gesperrt, der Personennahverkehr gestoppt werden. Besonders in Marxloh/Hamobrn (600 Personen) und Walsum (200 Personen) herrschte laut Polizei aggressive Stimmung. 54 Bürger beschwerten sich über die Hupkonzerte.
Auch die Stadtmitte kam diesmal nicht ungeschoren davon. 200 Fußballanhänger zogen eine Stunde lang durch die Straßen. Einige Rowdys bewarfen dabei Polizeibeamte mit Flaschen und Feuerwerkskörpern. Ein mutmaßlicher Täter wurde festgenommen, sieben weitere Personen im Verlauf der Nacht vorübergehend hinter schwedische Gardinen gebracht.
Friedfertiger ging’s da Sonntagnachmittag im Stadttheater bei der modernen Inszenierung „Der Türke in Italien“ zu. Als – korrekt nach Drehbuch – ein Motorrad auf die Bühne rauschte, flatterte dazu eine Deutschlandfahne. Die Zuschauer belohnten den Gag mit einigen Lachern.
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