Duisburg: Rückflugticket kostet mehr als 2000 Euro
zuletzt aktualisiert: 15.03.2011Duisburg (RPO). Zu den vielen Deutschen, die sich derzeit in Japan aufhalten, gehört der Duisburger Carsten Schroer. RP-Mitarbeiterin Anna Wesolowski, die selbst ein halbes Jahr in Japan verbrachte und ihn aus dieser Zeit kennt, hat Kontakt zu ihm aufgenommen.
Gestern schrieb sie: "Die Nachricht vom Unglück trifft mich völlig unvermittelt beim Frühstück. Seitdem verbringe ich die Tage nonstop vor dem Fernseher und verschlinge jede neue Information, während ich es einfach nicht wahrhaben will. Jedes Mal, wenn ich einen Ort wieder erkenne, treten mir die Tränen in die Augen, weil ich weiß: Das Land, das ich kenne und lieben gelernt habe, wird es so nicht mehr geben.
Am schlimmsten jedoch ist die Sorge um meine Freunde und ihre Familien in Japan selbst. Und nun nur ein Gedanke: Wie geht es ihnen? Innerhalb von wenigen Minuten schicke ich unzählige E-Mails raus, immer mit dem gleichen Wortlaut: Habe gerade die Nachrichten aus Japan gesehen. Geht es Dir gut?"
Schließlich die ersten Nachrichten über Facebook. In Tokio haben die Wolkenkratzer gewackelt, einige Häuser haben was abbekommen. Das Hotel, in dem mein Bekannter Carsten Schroer aus Duisburg wohnt, ist zerstört. Aber er ist unverletzt, hat er mir gemailt.
Auch er berichtet von Nachbeben, die alle halbe Stunde zu spüren sind. Waren die Menschen anfangs noch sehr ruhig, bricht wohl langsam Panik aus. Die Ersten verlassen die Stadt, aus Angst vor radioaktiver Strahlung. Allen Ausländern wurde nahe gelegt, auszureisen, doch am Flughafen herrscht Chaos, Tickets kosten mehr als 2000 Euro, wenn man überhaupt eins bekommt."
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