Duisburg: Rücksicht ist der beste Dienst
VON SONJA BROWATZKI - zuletzt aktualisiert: 13.12.2008Duisburg (RPO). Mit den Besuchern des Seniorentreffs an der Friedhofsallee führte die Duisburger Polizei jetzt ein Verkehrstraining an der Halener Straße durch. Im Oktober war dort eine 92-Jährige beim Überqueren der Fahrbahn von einem Auto erfasst und getötet worden.
homberg Egal ob Alt oder Jung: Vorsicht und gute Sichtbarkeit sind das „A und O“ im Straßenverkehr. Leider rückt diese wichtige Regel häufig bei Senioren immer wieder in den Hintergrund, so dass in Duisburg im vergangenen Jahr 239 Personen über 65 bei insgesamt 15 100 Unfällen im Stadtgebiet verletzt wurden, zwei davon tödlich. Die insgesamt neunte Verkehrstote in diesem Jahr war eine 92-jährige Dame, die beim Überqueren der Halener Straße in Homberg Ende Oktober von einem Auto erfasst und getötet wurde.
Wie genau es zu dem Unfall kam, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Doch steht für die Polizeibeamten außer Frage, dass Umstände wie Dunkelheit, die dunkle Kleidung der Toten und das Überqueren außerhalb des Lichtbereiches der Straßenlaterne zum Unfall maßgeblich beigetragen haben. Mit regelmäßigem Sicherheitstraining und Gesprächen arbeiten Polizisten der Verkehrssicherheit im ganzen Stadtgebiet mit Kindern und Erwachsenen aller Altersgruppen. Jetzt besuchten Helmut Simmes und Thomas Schneider den Seniorentreff an der Friedhofsallee, an dem auch die Verunglückte regelmäßig teilgenommen hatte. Die Beamten der Verkehrssicherheit sind alte Bekannte des Treffs.
Tempo 30 kommt
Mit bis zu drei Verkehrskontrollen pro Monat überwacht die Polizei das bisher gültige Tempolimit von 50 Stundenkilometern auf der Halener Straße.
Der Ratsbeschluss über die Absenkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 Km/h ist bereits gefasst worden. Allerdings fehlen bisher die entsprechenden Hinweisschilder, um den Beschluss auch umzusetzen.
„Wir sind etwa drei bis vier Mal im Jahr in dieser Einrichtung – auch schon vor dem Unfall“, betont Simmes und verteidigt sich vehement gegen Vorwürfe, die Polizei reagiere erst jetzt mit Präventionsmaßnahmen. „Die Vermittlung von richtigem Verhalten im Straßenverkehr ist unser Alltagsgeschäft“. Um künftigen Unfällen vorzubeugen, besuchten die Beamten mit den interessierten Frauen den Unfallort und demonstrierten anhand von Reflektoren und auffälliger Kleidung, wie sich die Sichtbarkeit besonders in den Abendstunden durch diese vermeintlichen Kleinigkeiten deutlich verbessert. Schon die Verwendung eines flexiblen Reflektors am Arm, den man dank einfacher Technik jederzeit auch an der dicksten Winterjacke befestigen kann, erreicht die ausschlaggebende Reflektion, die den Fußgänger für den Autofahrer erkennbar macht.
Viele aus dem Treff kannten die rüstige Dame und waren schockiert als sie von dem Unfall erfuhren. Keine der Teilnehmerinnen kann sich erklären, was ihre Bekannte dazu bewogen habe könnte, ohne ausreichenden Abstand zum herannahenden Auto die Fahrbahn zu überqueren.
Deshalb appellieren Polizei und Senioren an alle Autofahrer, bei den älteren Verkehrsteilnehmern Rücksicht walten zulassen. Selbst an grünen Ampeln oder beim Abbiegen. Dies sei der beste Dienst, den Autofahrer Senioren erweisen könnten.
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