Duisburg: Ruhe an der Schafe-Hunde-Front
zuletzt aktualisiert: 25.05.2009Duisburg (RPO). Der Kompromiss hält: Im Februar fanden wie berichtet Schafzüchter und Hundebesitzer eine Vereinbarung, um künftig konfliktfrei die Wiesen an Rhein und Ruhr gemeinsam zu nutzen. Seitdem gehen die einst so heftigen Konfrontationen gegen Null, freut sich Dr. Peter Greulich, Umweltdezernent der Stadt Duisburg.
Immer wieder hatten sich bis dahin die beiden Nutzergruppen wortreich und zum Teil handgreiflich gestritten. Die einen pochten auf ihr Recht, öffentlich zugängige Freiflächen für ihre Freizeitgestaltung nutzen zu dürfen. Die anderen verwiesen auf ihre Pachtverträge, auf die Bedeutung der Tierhaltung an Rhein und Ruhr und auf Zwischenfälle, bei denen Schafe verletzt oder gar getötet wurden. Freilaufende Hunde jagten Schafe, Schäfer vertrieben Spaziergänger (angeblich sogar einmal mit einer Flinte), ein Wort gab das andere. Und alle hatten nachvollziehbare Argumente, warum der jeweils andere sich falsch verhalten hat.
Ende des Monats werden Tafeln in den Gebieten an Rhein- und Ruhrufern aufgestellt mit Verhaltenshinweisen. Dann werden Mitarbeiter des Ordnungsamtes beginnen, stichprobenartig zu überprüfen, ob sich auch alle an die Regeln halten. Dazu gehört vor allem die gegenseitige Rücksichtnahme, aber zum Beispiel auch das Verbot, Hunde in der Nähe einer Schafherde frei laufen zu lassen, Krach zu machen, zu grillen und Drachen steigen zu lassen. "Inzwischen sind in den betroffenen Zonen Abfalleimer aufgestellt worden, in die die Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner werfen können", sagt Susanne Stölting vom Umweldezernat, die an der Erarbeitung des Kompromisses wesentlich beteiligt war. Denn die Schäfer hatten sehr deutlich gemacht, dass von diesem Hundekot für ihre Schafe eine große Gesundheitsgefahr ausgeht.
Hoffnung auf Frieden
Wenn auch die Kommunikation nicht mit allen drei Schafzüchtern einfach ist, so hat Stadtdirektor Dr. Peter Greulich die große Hoffnung, dass der Schafe-Hunde-Krieg zu Ende ist. Und wenn nicht: Wirklich zurückschrecken würde er nicht davor, auch zu Konsequenzen zu greifen. Wie die aussehen könnten? Zum Jahresende müssen die Schäfer ihre Pachtverträge verlängern. Und rein theoretisch könnte es eine Anleinpflicht für Hunde am Rhein geben.
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