Duisburg: Ruhrbischof besuchte Moschee
VON SARAH LÜNING - zuletzt aktualisiert: 26.11.2007Duisburg (RPO). Felix Genn informierte sich in Marxloh über die im Bau befindliche Moschee an der Warbrucker Straße. Im Ruhrgebiet falle die Integration und der Dialog zwischen den Religionen besonders leicht, befand der Bischof.
Einladung
Zum Abschied erhielt Genn neben einer gläsernen Miniatur-Moschee und der DVD „Das Wunder von Marxloh“ eine Einladung zur Besichtigung der fertiggestellten Moschee im kommenden Sommer. In Marxloh scheint man sich ehrlich über den Besuch des Bischofs und sein Interesse am religiösen Leben der Moslems gefreut zu haben.
Eine Baustellenbesichtigung steht wahrscheinlich nicht allzu häufig im Terminplan eines Bischofs. Doch genau aus diesem Grund kam der Essener Bischof Felix Genn am Samstag nach Marxloh: um sich persönlich von den Arbeiten an der neuen Moschee an der Warbrucker Straße, der größten Moschee Deutschlands, ein Bild zu machen. Auf seinen regelmäßigen Visitationsreisen durch das Bistum besuchte Genn zum ersten Mal den Duisburger Norden und nutzte die Gelegenheit zur Besichtigung des islamischen Gotteshauses.
Bei der Führung durch den Rohbau der Moschee erfuhr der Bischof viel über die architektonischen Besonderheiten des Baus und den Hintergrund der Planung. Da sich die Moschee durch ein doppeltes Konzept von Gotteshaus und Begegnungsstätte für verschiedene Religionen und Kulturen auszeichnet, soll dies auch in der Bauweise widergespiegelt werden. Die Geschäftsführerin der Begegnungsstätte Zyfiye Kaykin erklärte: „Die großen Fenster im gesamten Gebäude sind ungewöhnlich für einen Moscheebau und sollen Offenheit signalisieren.“
Weg zur katholischen Kirche
Der Bischof interessierte sich besonders für die geplante Bibliothek, in der Literatur aus verschiedenen Religionen stehen wird. Bei einem Blick aus dem Fenster verwies die Geschäftsführerin auf eine weitere Idee, die die Begegnung ihrer Religion mit dem Christentum verdeutlichen soll: Von der Moschee wird ein Weg zur nahegelegenen katholischen Gemeinde St. Peter und Paul angelegt, der mit Rosen bepflanzt wird. Der Pfarrer der Gemeinde ist Mitglied des Beirats der Begegnungsstätte. Die Mitglieder des Beirates kommen u.a. aus Kirchen, Schulen oder der Politik und unterstützen die Arbeit der Begegnungsstätte in ihrer Arbeit. Solange die Bauarbeiten an der Moschee noch nicht abgeschlossen sind, finden die Veranstaltungen der Begegnungsstätte in einem bunt bemalten Container an der Moschee statt. Dorthin wurde auch Bischof Genn nach der Moscheebesichtigung eingeladen. Bei einem türkischem Tee sah er einen Film über das türkische Leben in Marxloh.
Bei den anschließenden Gesprächen wollte Genn vor allem mehr über die gemeinsame Arbeit von Gemeinde und Begegnungsstätte erfahren und über die Rolle, die seine Kirche dabei spielt. Auch das Thema Fremdenfeindlichkeit schnitt der Bischof an und fragte nach den Erfahrungen in Marxloh. Das Ruhrgebiet sei für ihn ein Ort an dem es leichter falle, verschiedene Kulturen zu integrieren und einen Dialog zu finden. Dieser sei unumgänglich. Genn zitierte Papst Paul VI., der bereits gesagt habe: „Kirche ist Dialog“.
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