Duisburg: Schimpfen auf die Citibank
VON HANS-ULRICH KRESS - zuletzt aktualisiert: 20.01.2009Duisburg (RPO). Zu ihrem Recht und vor allem zu ihrem verlorenen Geld wollen zahlreiche von der Pleite des amerikanischen Bankhauses Lehman Brothers geschädigte Duisburger kommen. Zum Erfahrungsaustausch und, um gemeinsame Strategien, Vorgehensweisen und Aktion zu besprechen, trafen sie sich deshalb zu einem Stammtisch in der Gaststätte "Schacht 4/8" in der City.
Mit Plakaten, die kein gutes Haar an den Banken, durch deren unseriöse Beratung sie zu Kauf von Zertifikaten des genannten Bankhauses verleitet und um ihr Gespartes betrogen fühlten, war der Saal dekoriert.
Vor allem gelte es, meinte der Sprecher der Kölner Geschädigtengruppe, Berthold Wimmer, Öffentlichkeit herzustellen. Vor allem nannte er in diesem Zusammenhang die "Citibank". "Sie müssen an den Pranger gestellt werden. Die Citibank muss sich schämen", empfahl er als Marschrichtung. Dafür regte er an, vor Duisburger Niederlassungen des Geldinstituts mit Mahnwachen aufzumarschieren.
Daneben gelte es im weiten Feld der Politik Mitstreiter zu rekrutieren. Dabei befände man sich auf einem guten Wege. Nachdem sie bislang von Seiten der Politik als "Zocker" gesehen wurden, die selbst an ihrem Verlust schuld seien, seien bereits gute Kontakte bis hinauf auf die Staatssekretärsebene geknüpft.
"Gute Aussichten" sein Geld wiederzusehen, böten seiner Meinung nach juristische Verfahren. Diese Vorlage nahm der eigens aus Hamburg nach Duisburg gereiste Anwalt Can Felix Ansay auf. Er beleuchtete die Sparerverluste in Folge der Lehmanpleite aus rechtlichem Blickwinkel.
Erstaunen erntete er, als er die Zahlungsunfähigkeit des amerikanischen Bankhauses und seiner gesellschaftlich unabhängigen holländischen Dependance bereits lange vor dem offiziellen Kracht am 15. September des vorigen Jahres datierte.
Er sprach in diesem Zusammenhang von einem Schneeballsystem, mit dem die Käufer der Zertifikate geprellt worden seien, zum Zweck der strafrechtlich relevanten Insolvenzverschleppung. Darüber hinaus sei der Vorwurf der unseriösen Beratung durch die vermittelnden heimischen Banken zu vermuten. Für die Duisburger Geschädigten kündigte Rolf Adamski an, umgehend mit Mahnwachen zu beginnen und gemeinsam rechtliche Schritte zu überdenken.
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