Duisburg: Schließung auf dem Wege
VON SONJA BROWATZKI - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010Duisburg (RPO). Viele Mitglieder der Evangelischen Gemeinde Friedenskirche in Bergheim kamen gestern zur Gemeindeversammlung. Es ging dabei um die mögliche Schließung des Standortes. Gegen den Plan gibt es Proteste.
Jugendarbeit
Festgeschrieben im "Gemeindekonzept" ist zumindest der Erhalt der Aktivitäten, insbesondere aber der Qualität der Jugendarbeit des Tempels. Diese wird durch zwei fest angestellte Sozialarbeiter gesichert, die auch bei einem Standortwechsel bleiben sollen.
Bergheim Über 300 Gemeindemitglieder und Freunde des Gemeindezentrums "Auf dem Wege" kamen gestern zur Gemeindeversammlung, um an der Debatte über die anstehende Schließung des Standortes teilzunehmen. Egal ob jung oder alt, alle Interessengruppen der Gemeinde waren vertreten. Und sie wollten kämpfen. Dass sah man bereits in den angriffslustig funkelnden Augen derjenigen, die sich auf einen Wortbeitrag vorbereitet hatten. Fest steht, dass noch Nichts feststeht, wenn man den Worten des BVA-Vorsitzenden Matthias Fritsche glaubt. Doch die Gemeindeglieder "Auf dem Wege" tun dies nicht.
Denn das, was der Bevollmächtigtenausschuss (BVA) und der "Konzeptionsausschuss" an Lösungsansätzen für das prognostizierte Haushaltsloch zeigten, ließ keinen anderen Schluss zu, als dass die Schließung des Standortes unausweichlich bevorsteht. Auch Aussagen des pensionierten Pfarrers Fritsche zur Machbarkeit anderer Ansätze à la "Wir sind von Berufswegen dazu verpflichtet an Wunder zu glauben", heizten die Stimmung des neu gegründeten Fördervereins mit inzwischen bereits knapp 200 Mitgliedern und anderer Kreativer auf der Suche nach Lösungen zusätzlich an. Doch sogar der vom BVA zur Erarbeitung eines "Gemeindekonzeptes" betraute "Konzeptionsausschuss" unter Vorsitz von Heinz Ruther sah von insgesamt 15 Konzepten die Lösung mit der Verlagerung aller Aktivitäten an die Lutherstraße als am effektivsten an. In etwa 20 Sitzungen innerhalb der letzten drei Monate hatten er und sein Team erarbeitet, was an Gemeindearbeit unabdingbar dazugehört und wie das Ziel, diese Aktivitäten zu erhalten, umgesetzt werden an. Die Lutherstraße gewann das Rennen um die Standortfrage innerhalb der Ausschüsse deshalb, weil sie geografisch im Zentrum der Gemeinde liegt und nicht wie "Auf dem Wege" relativ am Rand. Vorschläge zur Abwendung einer Schließung wurden in der anschließenden Diskussion viele gemacht.
Hauptaussage und Bitte, sowohl des BVA als auch des zum Abschluss sprechenden Superintendenten Ferdinand Isigkeit war es, die freigesetzte Kreativität und Kraft, die im Standort "Auf dem Wege" zu finden ist, nicht ausschließlich an die dort stehenden Mauern zu knüpfen. Schon dort klang an, dass man sich wünschen würde, die ehrenamtliche Arbeit einfach komplett hinüber an die Lutherstraße transportieren zu können. Aber auch das sehen viele skeptisch.
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