Duisburg: Schmerztherapie als Kabarett
VON GABI ADRIAN - zuletzt aktualisiert: 18.09.2009Duisburg (RPO). Kai Magnus Sting und Okko Herlyn begeisterten mit ihrem ersten gemeinsamen Kabarett-Programm das Publikum im voll besetzten HundertMeister. Der Abend war eine Benefizveranstaltung der Stiftung Bethesda.
Kranke und gesunde Geschichten aus dem Leben wurden in einer Benefizveranstaltung erzählt, zu der die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Bethesda Krankenhauses und die Stiftung Bethesda am Mittwochabend ins HundertMeister-Haus einlud. Okko Herlyn und Kai Magnus Sting begeisterten dabei ihr Publikum mit ganz alltäglichen Geschichten von Zuhause und aus dem Krankenhaus.
"Vielleicht muss die Geschichte des Duisburger Kabaretts neu geschrieben werden", hieß es in der Pressemeldung. Heute kann man sagen – sie muss! Denn das, was die beiden dort dem Publikum bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt servierten, ließ kein Auge trocken. "Hauptsache kränker" hieß ihr Sonderprogramm und am Ende war eine Schmerztherapie notwendig, um das Publikum zu behandeln, dessen Lachmuskeln krampften. Geschickt spielten sich Herlyn und Sting die Bälle zu.
2000 Euro Reinerlös
Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Bethesda Krankenhauses, die den Kabarettabend veranstaltete, konnte mit dem Abend zufrieden sein. Der Reinerlös aus dem Kartenverkauf in Höhe von rund 2000 Euro ist für die Anschaffung einer neuen Gamma-Kamera zur Diagnose von Schilddrüsen-Erkrankungen bestimmt.
Einmalige Vorstellung
Eine einmalige Vorstellung – so etwas wird es so bald nicht wieder geben. Kai Magnus Sting, über den gesagt wird, er habe ein "Mundwerk wie ein Maschinengewehr", ließ sich in gewohnter Manier über das komplizierte Verhältnis zwischen Mann und Frau aus, machte auch einen aktuellen Schwenker in die Politik und nahm den Ruhrgebietsslang aufs Korn (Höma – zu deutsch: hör einmal). Okko Herlyn diskutierte Duisburger Verwandtschaftsverhältnisse, berichtete von Kindergeburtstagen mit Negerküssen – sorry "Schaumkugel mit Migrationshintergrund" und band das Publikum kurzerhand in eine Chorprobe ein. "Martha möchte morgens manchmal Marmorkuchen machen", wurde sich erst einmal eingesungen. Der Clou aber war gleich zu Beginn der Wettstreit der Kranken: ein Gespräch zwischen zwei Operierten im Foyer des Bethesda Krankenhauses. Medizinische Fachbegriffen hauten sie sich dabei um die Ohren, um zu beweisen, dass sie vor allem eines seien: kränker! Mit den beiden Kabarettisten Okko Herlyn und Kai Magnus Sting konnte der Förderverein zwei hochkarätige Künstler für ihr Projekt gewinnen. Okko Heyn, geboren in Göttingen, aufgewachsen in Ostfriesland und im Rheinland, promovierte zum Dr. theol. an der Uni Tübingen, arbeitete unter anderem als Pfarrer in Duisburg und ist heute Theologieprofessor an der Ruhruni Bochum. Kai Magnus Sting, dessen Karriere als Messdiener in der Duisburger Gemeinde St. Ludger begann, bezeichnet Hüsch als seinen geistigen Vater. Stings Motto ist es, "zufrieden und entspannt durchs Leben zu gehen und die Leute glücklich zu machen".
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