Duisburg: Schnauzbart im 100.000 Liter Becken
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 27.05.2010 - 16:14Duisburg (RPO). Petra und Roland Duss sind mit ihrer Seelöwen-Dressur weltbekannt geworden. Derzeit logieren die beiden Tiertrainer mit der „Höhner Rockin’ Roncalli-Show“ im Innenhafen – mit dabei ist auch Chico, der in der ZDF-Serie „Hallo, Robbie“ die tierische Hauptrolle spielt.
Noch eine Stunde bis zur Vorstellung. Petra und Roland Duss plaudern im Vorzelt über ihre Arbeit mit den Seelöwen, während die ersten Besucher längst eingetroffen sind. Im Hintergrund sind die kalifornischen Seelöwen aber nicht zu überhören, mit denen die beiden seit über 20 Jahren arbeiten. Sie wirken gelassen, doch ein wenig trügt der Schein. „Nicht alles ist Routine. Wenn Du vor einem Auftritt kein Lampenfieber mehr hast, solltest Du aufhören“, findet Petra Duss.
25 Kilo Fisch
Sie braucht vor dem Auftritt einen Moment der Besinnung. Den findet sie bei der Vorbereitung. Eben noch in Jeans und Pullover, stehen die Duss wenig später im Zirkus-Livree in der Manege. Während sich Petra Duss bereits schminkt, bereitet Roland den Fisch vor – seine ganz persönliche Art, um sich vor dem Auftritt zu sammeln. Während er in einem Zirkuswagen den Fisch zubereitet, der während des Auftritts für die gelungenen Kunststücke zur Belohnung verfüttert wird, wartet bereits vor der Treppe des Wagens der erste Schnauzbart. Rund 25 Kilo Fisch vertilgt ein Seelöwe pro Tag. „Eine erfolgreiche Dressur gelingt am besten durch Belohnungen. Seelöwen sind meist sehr verfressen, so dass man damit meist Erfolg hat“, erklärt der erfahrene Tiertrainer.
Dabei machen sich Petra und Roland Duss das komödiantische Talent ihrer Tiere zunutze. Ihre Darbietungen entzücken und erstaunen nicht nur – sie sind auch urkomisch. Mit internationalen Zirkuspreisen sind die beiden Tiertrainer in der Vergangenheit bereits überhäuft worden. Wer zweimal den „Silbernen Clown“ vor der fürstlichen Familien bei den Zirkusfestspielen in Monte Carlo gewinnt, gilt in der Branche zweifellos als eine Instanz.
Dabei wurden die Duss auch für die „kreativste und artgerechteste Tierdarbietung“ belobigt. Das soll sich auch in der Tierhaltung widerspiegeln. Immerhin fasst das Becken, in dem die Tiere zurzeit untergebracht sind, rund 100 000 Liter Süßwasser auf einer Fläche von 84 Quadratmetern. „Das sind Größenordnungen, die ein kleineres Zirkusunternehmen schon gar nicht mehr bieten kann“, sagt Petra Duss.
Salzwasser steht parat
Engagements bei der „Höhner Rockin’ Roncalli-Show“, beim Zirkus Knie, beim Zirkus Krone oder dem Winterzirkus in Stuttgart machen diese Bedingungen erst möglich. „Die Tiere benötigen für ihre Haut auch Salzwasser, was wir im Wagen immer parat haben. Das ganze Becken können wir leider nicht salzen – das gäbe ein größeres Entsorgungsproblem“, erklärte Roland Duss. Wenn die Zirkusfamilie gerade keines dieser Engagements hat, lebt sie in ihrem Hauptdomizil in einem spanischen Vergnügungspark – oder ist bei Dreharbeiten auf Rügen. Die beliebte ZDF-Serie „Hallo, Robbie“ mit Karsten Speck kommt ohne die Seelöwen der Familie Duss nicht aus.
Chico hat sich bei den Filmaufnahmen dort schon oft bewährt. Nicht zu unrecht gelten Seelöwen als die „verkannten Genies der Meere“. Der gewitzte kalifornische Seelöwe hat im Fernsehen schon ein Millionenpublikum verzückt. Aber auch in Duisburg fühlt er sich wohl, was er durchaus auch schon mal lauthals be
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