Duisburg: Schöner Schuhkarton
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 28.05.2009Duisburg (RPO). Gestern Abend nahm Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff den symbolischen Spatenstich für den Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle vor. Ministerpräsident Rüttgers war beim Opel-Gipfel in Berlin.
Es war nicht einfach, einen Termin für den ersten Spatenstich zum Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle zu finden; schließlich wollte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers diesen persönlich vornehmen. Doch nun kam es anders: Kurzfristig musste Rüttgers gestern zum Opel-Gipfel nach Berlin reisen. Da blieb Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, der sich selber für die Realisierung der nicht unumstrittenen Erweiterungspläne stark gemacht hatte, nichts anderes übrig, als die Rüttgers-Rede vom Blatt zu lesen.
Rüttgers griff den Spottnamen für den Erweiterungsbau auf: Der in 36 Meter Höhe aufgesetzte Quader sei bald der "schönste und wertvollste Schuhkarton weltweit". Der Erweiterungsbau werde zu einem neuen Wahrzeichen für Duisburg und auch für das Kulturhauptstadtjahr 2010. Im Übrigen sei Duisburg in Sachen Kultur stark. Rüttgers erinnerte daran, dass er im Januar bei der Eröffnung des Museums DKM dabei war. Die drei großen Duisburger Kunstmuseen (Lehmbruck-Museum, Museum DKM und Museum Küppersmühle) trügen dazu bei, dass Nordrhein-Westfalen mittlerweile zu den "kreativsten Orten in Europa" gehört.
Finanzierung gesichert
Oberbürgermeister Adolf Sauerland freute sich besonders, dass die Stadt Duisburg keinen Cent für den Erweiterungsbau zu bezahlen brauche. Dafür sorgten das Land, das Unternehmen Evonik und auch "Sponsoren, die nicht genannt werden möchten". Am Rande der gestrigen Feierlichkeiten sagte Dietmar Cremer, Vorstandsvorsitzender der Bauherrin Gebag, dass die Finanzierung des Erweiterungsbaus (33 Millionen Euro) gesichert sei. Auch die Frage der Mehrwertsteuer sei mittlerweile geklärt. Cremer: Sollte eine Verrechnung der Vorsteuer nicht möglich sein, kämen private Sponsoren für den Betrag auf. Insider vermuten, dass sich hinter den nicht genannten Sponsoren das Sammlerehepaar Sylvia und Ulrich Ströher verbirgt.
Der Zeitplan für den Erweiterungsbau sieht so aus: In den nächsten Wochen wird die Baustelle selber vorbereitet. So werden Bäume gefällt oder ausgegraben und die Parkplatzbeleuchtung entfernt. Im Juli beginnen Abbruch- und Rohbauarbeiten im Innern der Silos. Zwei Röhren bekommen einen Aufzug für Personen und Lasten. Ende September wird die Stahlkonstruktion des Erweiterungsbaus auf der Baustelle vor dem Museum zusammengeschweißt. Anfang 2010 wird die fertige Stahlkonstruktion des Erweiterungsbaus mit einem riesigen Kran auf die Silos in 36 Meter Höhe gehievt. Im März 2010 beginnen die Dach- und Fassadenarbeiten. Im Sommer werden die Innenräume hergerichtet. Die Eröffnung des Erweiterungsbau ist für den Spätherbst 2010 geplant.
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