Duisburg: Schülerinnen im Fahrsimulator
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 11.08.2010Duisburg (RPO). 102 Mädchen und junge Frauen aus NRW absolvieren in dieser Woche an der Universität ein Schnupperstudium in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern. Gesucht sind Entscheidungshilfen fürs Studium.
Sie sind zwar auf dem Vormarsch, dennoch sind Studentinnen in den sogenannten MINT-Fächern, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, weniger vertreten als ihre männlichen Pendants. Um dem entgegenzusteuern, bietet die Universität Duisburg-Essen eine "Sommeruni für Frauen" an. Hier haben Schülerinnen, meist sind es junge Frauen, die im kommenden Jahr das Abitur machen, Gelegenheit, Einblicke in die Fächer Biologie und Geografie, Bauwissenschaften, Maschinenbau, Mathematik, Physik, Chemie und Informatik zu gewinnen.
102 Schülerinnen aus Nordrhein-Westfalen haben das kostenlose Angebot der Uni wahrgenommen und absolvieren in dieser Woche ein Schnupperstudium. Die Schülerinnen können sich ihr spezielles Interessengebiet aussuchen. Die Gruppen bestehen jeweils aus acht bis zehn Teilnehmerinnen, die von einer Tutorin begleitet werden. Mitarbeiter der Fachbereiche, Dozenten und Professoren geben Einblicke in das, was die jungen Frauen erwartet, wenn sie ein entsprechendes Studium wählen.
MINT für Frauen
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik: Diese Fächer gelten mancherorts immer noch als "unweiblich". Dass dies ein unrichtiges Vorurteil ist, soll u.a. die Sommeruniversität, die an der Uni in Duisburg schon Tradition hat, beweisen. Um Frauen für die sogenannten MINT-Fächer zu begeistern, finden auch spezielle Angebote in der allgemeinen Studienberatung (ABZ) statt. Schülerinnen soll Mut gemacht werden, ihre naturwissenschaftlichen Talente auszuprobieren. Mehr Infos unter www.unidue.de/abz/suni
Nicht alle Teilnehmerinnen zeigten sich gestern davon überzeugt, dass sie ein naturwissenschaftliches Studium aufnehmen wollen. Die 17-jährige Tabea von einem Essener Mädchengymnasium glaubt, dass sie wohl eher Produktdesignerin oder Architektin werden möchte. Aber vielleicht komme auch Maschinenbau in Frage. Jedenfalls war sie Fahrsimulator, bei dem verschiedene "Assistenzsysteme" für ein sichereres Autofahren getestet werden, beeindruckt. Der junge Bauingenieur Gregor Hiesgen, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei den Mechatronikern der Universität in Duisburg, demonstrierte engagiert, wie mit Hilfe von Sensoren, Kameras und anderen elektronischen Hilfen Auffahrunfälle und Einschlafen am Steuer vermieden und die Spur gehalten werden kann.
Im Gegensatz zu Tabea ist die 16-jährige Elisabeth schon jetzt fest entschlossen, ein ingenieurwissenschaftliches Studium anzutreten. Sie wisse nur noch nicht genau, welche spezielle Ausrichtung sie wählen soll. Die verschiedenen Kurse und Vorträge und die Besuche bei ausgewählten Unternehmen sollen ihr bei der Entscheidungshilfe ebenso helfen wie das persönliche Gespräch mit den Dozenten und auch der Tutorin Rebekka Große. Sie studiert im achten Semester Maschinenbau und hat noch niemals ihr Studium bereut, zumal die Berufsaussicht gut seien.
Die meisten Teilnehmerinnen besuchen in ihrer Schule Leistungskurse in Mathematik oder Physik. Aber nicht alle: Hanna besucht beispielsweise ein Berufskolleg mit einem Wirtschaftszweig. Sie möchte sich nach dem Abi umorientieren und ein technisches Fach beziehungsweise Physik studieren. Rebekka Große spricht ihr Mut zu: Sie habe im Gymnasium auch nur einen Grundkurs Mathematik besucht und studieren dennoch mit Freude und Erfolg Maschinenbau.
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