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Duisburg: Schuldenfalle Handy

VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 17.10.2007

Duisburg (RPO). Immer mehr Jugendliche sind verschuldet. Deshalb ist Prävention wichtig, sagt Petra Böer. Gestern war die Beraterin der Verbraucherzentrale an der Gesamtschule Mitte und wies die Schüler auf Gefahren und Auswege hin.

Das Telefonieren mit dem Handy verändert Hirnströme und Speichelwerte.  Foto: LEHTIKUVA, AFP
Das Telefonieren mit dem Handy verändert Hirnströme und Speichelwerte. Foto: LEHTIKUVA, AFP

Mattia Schaller hat erlebt, wie es ist, eine Rechnung nicht bezahlen zu können. Sein Handy war in der Tasche, er hatte vergessen, die Tastensperre zu aktivieren. Irgendwas muss gegen den Softkey gedrückt haben, mit dem man ins Internet kommt. Denn kurz darauf flatterte eine Rechnung ins Haus. Drei Stunden am Stück soll der Schüler gesurft sein – dafür verlangte sein Handyanbieter eine immense Summe. „Das hätte ich niemals bezahlen können. Zum Glück sind meine Eltern eingesprungen und haben die Rechnung beglichen“, erinnert sich der Teenager.

Keine Kostenkontrolle mehr

Petra Böer nickt. Geschichten wie diese hört die Beraterin der Verbraucherzentrale oft, nur leider gehen sie nicht alle so glimpflich aus. „Ich habe junge Leute vor mir, die weinen, so hoch sind sie verschuldet. Ihnen bleibt meist nur die private Insolvenz“, berichtet sie den Zehntklässlern der Gesamtschule Mitte, die den Wirtschaftskurs von Ingrid Tegtmeyer besuchen. Damit es gar nicht so weit kommt und um die Schüler über Schuldenfallen aufzuklären, sucht die Verbraucherzentrale Schulklassen auf. „Wir wollen den Schülern zeigen, wie es zur Verschuldung kommen und man immer tiefer in den Teufelskreis geraten kann“, erklärt Böer.

Meist fange alles mit dem Handy an. „Sobald die Jugendlichen volljährig sind, schließen sie einen Vertrag ab, ohne zu wissen, was dadurch auf sie zukommt.“ Ein Handy für einen Euro sei ein verlockendes Angebot, aber dabei bleibe es eben nicht. Zur Verdeutlichung lässt Böer die 15- und 16-jährigen Schüler des Wirtschaftskurses ein Angebot durchrechnen. Sie addieren die festen Kosten, die in den nächsten 24 Monaten auf sie zukämen und fügen die Summe für drei SMS täglich hinzu. „1050 Euro“, errechnet Lisa Pecnik, und betont zugleich: „Da habe ich aber noch nicht telefoniert. Außerdem verschicke ich jeden Tag um die 20 SMS.“

„Das ist das Problem bei Verträgen“, erklärt Petra Böer. „Man hat keine Kostenkontrolle mehr. Am Ende des Monats kommt die Rechnung, und die kann man nicht mehr bezahlen.“ Sie schärft den Schülern ein, sollte es denn einmal so weit kommen, auf keinen Fall den Kopf in den Sand zu stecken. „Man sollte ganz früh handeln. Denn die Schulden häufen sich an.“ Tue man nichts, sei der Weg vorprogrammiert: Gerichtliches Mahnverfahren, Schufa-Eintrag, Gerichtsvollzieher, Konten- und schließlich Lohnpfändung. Petra Böer erlebt es immer wieder: „Das ist eine Spirale, aus der man so einfach nicht mehr herauskommt.“

Quelle: RP

 
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