Duisburg: Simulator EU-weit vorn
zuletzt aktualisiert: 10.01.2009Duisburg (RPO). Vor dem Steuerstand toben die Elemente. Immer wieder taucht der Bug des Küstenmotorschiffs in die Wellentäler ein, taumelt nach links, um sogleich in die entgegengesetzte Richtung zu rollen. Langsam zeichnen sich die Umrisse der Insel Helgoland vom grauen, wolkenverhangenen Horizont ab. Bald wird das Ziel der Fahrt erreicht sein. Durchatmen. Der kleine Frachter hat dem Sturm die Stirn geboten.
Dass es sich hierbei nicht um ein reales Erlebnis, sondern eine am Computer generierte Übungseinheit in Europas modernstem Flachwassersimulator handelt, merkt der Betrachter erst, wenn die Simulation abrupt endet. Plötzlich hört das Schwanken auf und man realisiert, dass sich eigentlich gar nichts bewegt hat. Die Wasserlandschaft, die sich vor dem detailgetreu nachgebildeten Steuerstand auf einer Projektionsleinwand ausbreitet, hat die optische Täuschung hervorgerufen. „Das Auge kann keinen festen Punkt ausmachen, man wird seekrank“, erläutert Schulleiter Hans-Günter Portmann vom Schifferberufskolleg.
Der Simulator, kurz „Sandra“ genannt, ist sein ganzer Stolz. Mit ihm lassen sich Fahrten auf allen europäischen Wasserstraßen simulieren. Auch die Überfahrt nach Helgoland ist möglich. „Sandra“ ist seit der Inbetriebnahme im September vergangenen Jahres fester Bestandteil der Ausbildung von Binnenschiffern und Schiffsführern in Homberg. Das spare Zeit und verkürze die Ausbildungsdauer, so Portmann.
Mit der computergestützten Technik können verschiedene Schiffstypen, Fahrtgebiete, Verkehrssituationen und Umweltbedingungen erzeugt werden. Die Software wird ständig aktualisiert.
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