Duisburg: Sirenen kommen wieder
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 27.11.2009Duisburg (RPO). Vor etwa zehn Jahren wurden die letzten Sirenen von den Dächern verbannt. Man hoffte auf modernere Frühwarnsysteme. Doch diese bewährten sich nicht. Erneut sollen 65 Hochleistungssirenen angebracht werden.
Unterhaltskosten
Noch in diesem Jahr wird innerhalb einer Auschreibung beschlossen, welches Unternehmen die Installation der Sirenen übernimmt. Für die jährliche Instandhaltung veranschlagt die Stadt etwa 50 Euro pro Sirene. Demnach entstehen voraussichtlich 3000 Euro Unterhaltskosten pro Jahr.
Noch bis in die 90er Jahre hinein unterhielt der Bund im Rahmen des Zivilschutzes ein flächendeckendes Sirenensystem. Auch in Duisburg gehörten laute Probealarme zum Alltag. Doch mit dem Ende des Kalten Krieges glaubte man, dass dieses Warnsystem nicht mehr nötig sei. 1996 wurde in Duisburg der Abbau der Sirenen abgeschlossen.
Das durch Unterhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen teure Frühwarnsystem sollte von elektronischen Warnmöglichkeiten wie Funkuhren, SMS-Alarmierungen über Mobiltelefone und selbsteinschaltende Radioempfänger ersetzt werden. So sollte die Bevölkerung zukünftig vor austretenden Gasen, Chemieunfällen und ähnlichen Notfällen gewarnt werden. Doch keine dieser Alternativen konnte die Sirenen wirkungsvoll ersetzten oder einen ähnlichen Wirkungsgrad erreichen.
Schon Anfang 2008 beschloss die Stadt Duisburg, ein neues Sirenensystem zu installieren. Geplant sind 65 Hochleistungssirenen, die nicht nur auf- und abschwellende Töne, sondern auch Sprachdurchsagen abgeben können. Die Finanzierung der Kosten von rund 950 000 Euro für das Sirenenfrühwarnsystem übernehmen die Stadt und 16 Unternehmen in der Chemiebranche oder Schwerindustrie zu gleichen Teilen.
So beteiligt sich Thyssen Krupp mit 100 000 Euro, Bayer mit 75 000 Euro und die Grillo Werke mit 60 000 Euro. Aber auch kleinere Betriebe spenden geringere Beträgen, so die Allgemeine Land- und Seespedition (500 Euro) und das ÖTAG Öltanklager in Osnabrück (100 Euro).
Mit dem schriftlich zugesagten Spendenaufkommen der Unternehmen von 485 000 Euro verbleibt ein Eigenfinanzierungsanteil von etwa 456 000 bei der Stadt Duisburg.
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