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Duisburg: So nicht, Schimmi!

VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 22.02.2008

Duisburg (RPO). Rheinhausen protestiert gegen eine negative Darstellung im neuen „Schimanski“-Krimi. Die Bezirksvorsteherin und der Werbering schreiben an den Westdeutschen Rundfunk. Die CDU-Fraktion kritisiert einen Griff in „alte Kiste“. Der WDR spricht von einem Missverständnis.

Nicht nur Horst Schimanski wird in „Schicht im Schacht“, der neuen Folge der Fernsehreihe, von seiner Vergangenheit eingeholt. Auch Hauptdarsteller Götz George wird sich vielleicht an die Anfänge der Serie erinnern. Damals, nach der Ausstrahlung des ersten Films „Duisburg-Ruhrort“ im Juni 1981 kochte in Duisburg der Volkszorn. Die Stadt und die hier wohnenden Menschen würden viel zu negativ dargestellt, hieß es.

Empörung wird jetzt auch in Rheinhausen laut, obwohl die Dreharbeiten zum neuen „Schimanski“ gerade erst begonnen haben. „Eine solche negative Darstellung will ich hinnehmen“, ereiferte sich gestern Bezirksvorsteherin Katharina Gottschling. Ihr und vielen anderen missfällt, wie Rheinhausen in der WDR-Mitteilung zum Start der Dreharbeiten gezeichnet wird. Wie gestern berichtet, ist von einer „ehemaligen Bergmanns-Siedlung unweit von Duisburg“ die Rede und von einem „vom Untergang bedrohten Ort“.

Info

„Ein Wort fehlte“

Barbara Feiereis, Pressesprecherin des WDR, sprach gestern Abend von einem „großen Missverständnis“. In der Pressemitteilung zum Film sei ein Wort vergessen worden: Es hätte von einem EHEMALS vom Niedergang bedrohten Ort die Rede sein sollen. Wie Feiereis betonte, spielt der Film im „heutigen, modernen Duisburg“. Es werde aber in Rückblenden auf den Krupp-Arbeitskampf vor 20 Jahren in Rheinhausen erinnert, bei dem auch die Figur Horst Schimanski mitgemacht habe.

Es sei nicht die Absicht des WDR gewesen, die Rheinhauser zu beleidigen, so Barbara Feiereis. Sie wies zudem darauf hin, dass es sich um einen „fiktionalen Film“ handle: „Man sollte nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Es ist ein Spielfilm.“

„Tritt in den Hintern“

„Den Drehbuchschreibern müsste man einen kräftigen Tritt in den Hintern geben“, meinte gestern CDU-Bezirksfraktionschef Ferdi Seidelt. „Ich würde den Tritt selbst ausführen.“ Auch Seidelt fühlt sich an den ersten „Schimanski“ erinnert. Damals habe er lange mit Götz George diskutiert. „Er meinte, dass Film ein Kunstprodukt sei, das nicht die Realität spiegeln muss.“ Zwar habe man sich inzwischen an „Schmuddelhorst“ Schimanski gewöhnt, so Seidelt, allerdings werde im neuen Film allzu billig in eine „alte Kiste gegriffen“.

Empörung auch beim Werbering Rheinhausen. Ein Stadtteil mit 80 000 Einwohnern werde degradiert und auf ein Klischee von „Tothausen“ verkürzt, heißt es in einer Pressemitteilung. Und weiter: „Fakt ist, dass es Jahre brauchte bis Rheinhausen dass Ende der 80-er Jahre bundesweit gezeichnete ,Tothausen-Image’ wieder los werden konnte. Zwanzig Jahre später fällt dem WDR nichts Besseres ein als Götz George vor eben jenem Hintergrund, den der Stadtbezirk inzwischen bewältigt hat, auf Gangsterjagd zu schicken.“

Arbeitsplätze im Logport

Auch in der Zentrale des Logistikzentrums Logports sorgt der in Rheinhausen spielende neue „Schimmi“ für Stirnrunzeln. Von Niedergang könne ja wohl keine Rede sein, meinte gestern Pressesprecher Tobias Metten. Nicht zuletzt dank der Arbeitsplätze im Logport nehme Rheinhausen in der Arbeitslosenstatistik Duisburgs eine glänzende Position ein. Das Produktionsteam habe ursprünglich Interesse an Aufnahmen im Logport gezeigt. Doch daraus sei nichts geworden.

„Das war denen wohl nicht negativ genug“, mutmaßte Werberingchef Karsten Vüllings. Wie die Bezirksvorsteherin hat er gestern schriftlich beim WDR in Köln protestiert. Er wolle auch andere Verbände und Vereine bitten, ihr Missfallen über den Image-Schaden kund zu tun, den der Film dem Bezirk „ohne Zweifel“ nehmen werde.

Quelle: RP

 
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