Duisburg: Sofortiger Baustopp gefordert
VON HANS-ULRICH KRESS - zuletzt aktualisiert: 28.07.2007Duisburg (RPO). Die Initiative gegen den Bau der CO-Leitung von Dormagen nach Krefeld-Uerdingen traf sich mit Gegnern aus dem Kreis Mettmann. Ebensfalls dabei war der Hildener Bürgermeister, der den Duisburgern Rede und Antwort stand.
Ein größeres Gefahrenpotenzial ginge von keiner Pipeline in ganz Europa als von der geplanten und im Bau befindlichen CO-Leitung zwischen Köln-Worringen und Krefeld Uerdingen aus, erklärte der Sprecher der Initiative „Baustopp CO-Pipeline“ Dieter Donner anlässlich einer Podiumsdiskussion im Bertolt-Brecht-Berufskolleg in Huckingen. Komme kein Baustopp und werde die CO-Pipeline nicht verhindert, könne die von dem Duisburger Branddirektor Stefan Crain angedachte und wieder zu installierende Sirenenwarnanlage aus Sicht der Feuerwehr zwar deren Alarmierung sinnvoll sein. für die Betroffenen könnten die Sirenen jedoch nur noch im Falle eines Falles einen Totengesang anstimmen, erklärte Donner vorwurfsvoll.
Allein aus Gründen der Fairness, so Ursula Probst, die an ihrem Wohnsitz im Kreis Mettmann ebenso wie die Südduisburger von der Chemiepipeline betroffen ist, müsse die Firma Bayer den Pipelinebau zumindest bis zum Abschluss der anhängigen Gerichtsverfahren aussetzen. Als „absurd für einen Rechtsstaat“, bezeichnete sie es, dass im Laufe des Verfahrens enteignete Bürger darauf angewiesen wären, klagen zu müssen, um ihr Eigentum behalten zu können. „Wir wollen auch nicht, dass die Pipeline linksrheinisch verlegt wird. Dort wohnen Menschen, die genau so betroffen sind wie wir“, erklärte sie.
Dass es im Kern nicht um die Findung einer alternativen Trassenführung ginge, unterstrich SPD Bezirksvertretungsmitglied Dietmar Eliaß. „Bayer will allein die kostengünstigste Lösung durchsetzen und die Konsequenzen auf Bürger und Umwelt abwälzen“, stellte er fest und meinte, dass es die beste Lösung sei, wie bis vor kurzem die CO-Produktion im Uerdinger Bayerwerk durchzuführen. In diesem Zusammenhang ging der Vertreter der Grünen Frank-Michael Rich auf das aus seiner Sicht unzutreffende Arbeitsplatzargument ein. Da die CO-Produktion in Uerdingen eingestellt und in Dormagen vorgenommen werde, würden im Uerdingen eher Arbeitsplätze zur Disposition gestellt, als gesichert werden.
Feuerwehrchef zurückhaltend
Keine konkrete Stellungnahme zu Fragen des Gefahrenpotenzials und seiner Sicherheitseinschätzung wollte Duisburgs Oberbranddirektor Stefan Crain abgeben. „Die Beantwortung der Frage ob sicher oder nicht ist Sache der Gutachter. Die Feuerwehr beurteilt allein das Risiko als Eintrittwahrscheinlichkeit. Das wiederum stuft das vorliegende Gutachten als gering ein“, erklärte er, musste aber einräumen, dass seine Feuerwehr weder personell noch mit dem vorhandenen Gerät so ausgestattet sei, den Duisburger Abschnitt flächendeckend zu sichern.
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