Duisburg: Sohn einer Schuster-Familie
VON GERNOT TROMNAU - zuletzt aktualisiert: 23.02.2012Duisburg (RP). Am 5. März 1512 wurde Gerhard Mercator als Sohn des Schusters Hubert Kremer und seine Ehefrau Emerintia geboren. Mercators Onkel Gisbert war ein Kaplan, der sich nach dem Tod der Eltern um die Ausbildung seines Neffen kümmerte.
Mercators Eltern, der Schuster Hubert Kremer und seine Ehefrau Emerentia, stammten aus Gangelt, Herzogtum Jülich, in der Nähe von Aachen. Sie hielten sich besuchsweise bei ihrem Verwandten Gisbert Kremer in dem kleinen ost-flandrischen Städtchen Rupelmonde bei Antwerpen auf, als am 5. März 1512 ihr Sohn Gerhard geboren wurde.
Gisbert war ein Bruder von Gerhard Mercators Vater und wirkte hier am städtischen Hospital als Kaplan. Als Gerhard sechs Jahre alt war, verlegte Hubert Kremer mit seiner Familie den Wohnsitz von Gangelt nach Rupelmonde. Hier verlebte der Junge mit seinen zahlreichen Geschwistern seine Kindheit. Nach dem Tod der Eltern kümmerte sich Mercators Onkel Gisbert um die Erziehung des Knaben.
Der nun Fünfzehnjährige wurde zur Vorbereitung eines Universitätsstudiums nach Herzogenbusch in das Haus der "Brüder vom Gemeinsamen Leben" geschickt, wo er u.a. Unterricht in Latein, Griechisch und den Grundlagen der Logik erhielt. Bei diesem sozial engagierten Reformorden, der sich besonders der Erziehung von Knaben widmete, blieb er dreieinhalb Jahre lang. Der Aufenthalt in der Gemeinschaft der Ordensbrüder – und hier besonders der Unterricht bei Macropedius – hat wahrscheinlich Gerhards weiteres Leben nachhaltig geprägt.
Mit achtzehneinhalb Jahren immatrikulierte sich Gerhard Kremer am 29. August 1530 an der Universität Löwen in der Artistenfakultät und studierte Philosophie, was damals als Grundlage für das Studium in allen Fakultäten galt. Er latinisierte seinen Namen und nannte sich nun "Gerardus Mercator". Sein Universitätslehrer war der junge Rainer Gemma Frisius, Professor für Medizin, Mathematik und Astronomie. Im Herbst 1532 beendete Mercator sein Studium, wahrscheinlich ohne einen Universitätsgrad zu erlangen. Nach einem kurzen Aufenthalt in Antwerpen kehrte Gerhard Mercator 1534 wieder nach Löwen zurück.
Zwischen den Jahren 1534 bis 1537 war er Mitarbeiter von Gemma Frisius bei der Erstellung von dessen Erd- und Himmelsgloben. Daneben beschäftigte er sich privat mit Theologie, Philosophie sowie Mathematik. Die von ihm sehr erfolgreich praktizierten Anwendungsmöglichkeiten der bei Gemma Frisius erworbenen Kenntnisse gaben dem nun selbstständig arbeitenden Kartographen, Landmesser und Instrumentenbauer schon mit 24 Jahren die finanziellen Voraussetzungen für die Eheschließung mit der Löwener Bürgerstochter Barbara Schelleken. Aus dieser im August 1536 geschlossenen Verbindung stammen die sechs Kinder Arnold, Emerentia, Bartholomäus, Dorothea, Rumold und Katharina.
Der Autor dieser Mercator-Serie, Dr. Gernot Tromnau, war Direktor des Kultur- und Stadthistorischen Museums und ist Vorsitzender der gemeinnützigen Mercator-Gesellschaft Duisburg.
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