Rheinhausen: Solokonzert "dank" Aschewolke
VON ANNIKA VORBERG - zuletzt aktualisiert: 20.04.2010Rheinhausen (RPO). Dass sie ausgerechnet in der Bezirksbibliothek Opfer der Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull werden würden, damit hatten die Kulturfreunde am Sonntagabend nun wirklich nicht gerechnet.
Aber es war so: Das Konzert, das die Gitarristen Ulli Bögershausen und Franco Morone eigentlich gemeinsam geben wollten, wurde zu einem Solokonzert Bögershausens – gezwungenermaßen. Dem italienischen Fingerstyle-Gitarristen Morone war es wie so vielen Reisenden ergangen: Er saß irgendwo am Flughafen fest und musste leider absagen. Ulli Bögershausen nahm die unerwartete Wendung gelassen: "Dann will ich heute Abend eben das tun, was ich sowieso am besten kann: solo spielen." Und das tat er auf beeindruckende Art und Weise, auch wenn er spontan das komplette Programm umgestalten musste.
Mit im Gepäck hatte er eine sechs- und eine zwölfsaitige Gitarre. Neben vielen eigenen Stücken, ältere und ganz aktuelle, hatte er auch von ihm selbst neu arrangierte Popmusik mitgebracht, etwa "Time after time" von Cyndi Lauper oder seinen persönlichen Favoriten "Kiss from a rose" von Seal.
Schnell wurde den etwa hundert Zuhörern klar, warum Bögershausens Fingerstyle selbst in England und China immer populärer wird. Er verzauberte mit verschiedenen Techniken und einer großartigen Fingerfertigkeit, die mal an den Stil des amerikanischen Gitarrenvirtuosen Leo Kottk angelehnt war, mal eher an einen Folksong erinnerte.
Das Publikum zog er vor allem mit seiner Ballade "It could have been" in seinen Bann, die er ausnahmsweise im Sitzen und über lange Strecken mit geschlossenen Augen spielte. Das sorgte bei so manchem für Gänsehaut pur.
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