Duisburg: Spannender als ein Krimi
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 30.08.2009 - 22:11Duisburg (RPO). Die Auszählung der Stimmen für die Oberbürgermeisterwahl war ein ständiges Auf und Ab für die beiden stärksten Herausforderer. Zwischenzeitlich lag Jürgen C. Brandt, SPD, sogar vorne. Doch am Ende sicherte sich Adolf Sauerland (CDU) einen deutlichen Vorsprung.
Adolf Sauerland hat es geschafft. Nicht mit dem prognostizierten, wohl aber mit einem sehr komfortablen Vorsprung von 6,5 Prozent. Bei einem Vergleich mit dem ersten Durchgang der OB-Wahlen vor fünf Jahren legte er sogar noch einmal ordentlich zu. 40,2 Prozent hatte er damals in 2004 errungen, diesmal 44,6 Prozent. Da es diesmal anders als vor fünf Jahren keine Stichwahl gibt, reichten ihm die über 44 Prozent, um sechs weitere Jahre an der Spitze der Stadtverwaltung zu stehen.
Bereits kurz nach 18 Uhr liefen die Meldungen aus den 402 Wahllokalen auf, und zeitweise sah es für den alten und neuen Oberbürgermeister gar nicht so gut aus. 47 Prozent der Marxloher Stimmen das war auf Seiten der Christdemorkaten Anlass zum jubeln.
Doch als 93 der 402 Wahllokale ausgezählt waren, begann ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit OB-Kandidat Brandt von der SPD, spannender als so mancher Krimi. 40,6 Prozent für Brandt, 41,2 für Sauerland. Zwölf Wahllokale mehr war der Abstand schon minimal: 40,8 zu 40, 9. Und danach angespannte Gesichter bei der CDU, Hoffnung bei der SPD.
Denn Brandt zog am Oberbürgermeister vorbei: 41 Prozent für ihn, 40,7 für Sauerland hieß es, nachdem 107 von 402 Wahllokalen ausgezählt waren. Doch die Experten im Raum bewahrten Ruhe: Was da als ausgezählt gemeldet wurde, seien die kleinen Wahlkreise und die mit sehr niedriger Beteiligung.
Und sie sollten Recht behalten. Mit steigender Wahlbeteiligung wuchs der Vorsprung für Adolf Sauerland.
Als 179 Wahllokale ausgezählt waren, lag der alte und neue Oberbürgermeister schon wieder ein Prozent vor seinem stärksten Heruasforderer, bei 264 von 402 Wahlkreisen waren es schon 3,1 Prozent. Doch erst als German Bensch, Leiter des Wahlamtes, die erste Prognose lieferte wegen Serverproblemen verging bis zu dieser Vorhersage fast eine lange, quälende Stunde und damit doppelt so viel Zeit, wie erwartet lehnte sich Sauerland in seinem Stuhl entspannt zurück. 44 Prozent sah da Bensch für den Oberbürgermeister, 38,5 für Brandt, 5,7 Prozent für die Linke -Bewerberin Brigitte Diesterhöft und 4,9 für Doris Janicki, Grüne.
„Ich bin sehr zufrieden”, sagte Sauerland am Ende des Nervenkrieges. „Ich werde alles tun, damit die erfolgreiche Arbeit der vergangenen fünf Jahre fortgesetzt werden kann.” Dass ihm vor wenigen Tagen noch ein Stimmenanteil von 48 Prozent vorhergesagt worden war, irritierte ihn nicht im geringsten. „Das sind eben nur Schätzungen. Was für mich zählt, ist, dass ein sehr großer Teil der Duisburger auf meine Arbeit vertraut.”
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