Duisburg: Sparsam und noch schöner
VON GABI ADRIAN - zuletzt aktualisiert: 05.05.2010Duisburg (RPO). Die bunt beleuchteten ehemaligen Industrieanlagen im Landschaftspark Nord sind bekannte Werbemotive für die Stadt und locken Besuchermassen an. Die berühmte Lichtinstallation ist jetzt auf "Energiespar-Modus" umgestellt worden.
Es dämmert. Dann plötzlich erstrahlt der Landschaftspark in neuem Glanz. Neonfarbene Ringe scheinen um Schornsteine zu schweben, Eisentreppen und Stahlträger bekommen Konturen, und die schemenhaften Umrisse der großen Gebläserohre leuchten lila und rot. Ein weißhaariger Mann im Jeansanzug betritt den Platz, gefolgt von dem Blitzlichtgewitter der Fotografen.
In die Jahre gekommen
Jonathan Park besucht den Duisburger Landschaftspark. Der Londoner Lichtshow-Künstler, der durch seine Bühneninszenierungen für Pink Floyd, Tina Turner und Simply Red bekannt wurde, hat 1996 die Illumination für das ehemalige Hüttengelände entworfen und so die bekannte Nacht-Skulptur geschaffen.
Nach fast 15 Jahren, in denen die Stadt Duisburg sein Kunstwerk hegte und pflegte, ist die Technik seiner Installationen jedoch in die Jahre gekommen. "Damals standen uns nur unzureichende Mittel zur Verfügung und es gab wenig Erfahrungen", erläutert Dirk Büsching vom Landschaftspark. Zur Veranschaulichung hat er einen alten Scheinwerfer gigantischen Ausmaßes mitgebracht.
Energiesparend
Mit Geldern aus dem Konjunkturpaket konnte nun ein Drittel der Technik durch moderne Leuchtdioden ersetzt werden. "Diese Änderung spart immens Energie", so Büsching. Die Lichtintensität habe sich verändert und es böten sich mehr Möglichkeiten. Wo früher ein Computer, 400 Lampen, zehn Schaltkreise und vier Programme nötig waren, steht heute ein Techniker im Freien mit einem Laptop. Wie von Geisterhand bedient er über den Touchscreen-Bildschirm die RBG-Lampen (Rot-Blau-Grün). Die Dioden sind einzeln steuerbar und so können ganz neue Lichteffekte erzielt und gemischt werden.
Jonathan Park ist begeistert von den neuen Gegebenheiten. Er schaut sich alles genau an, läuft hierhin und dorthin, geht tief in die Knie und gibt noch ein paar Tipps. Dass er in Duisburg so berühmt ist, überrascht ihn.
Zugleich freut es ihn, dass die Stadt sich so engagiert, um sein Kunstwerk zu erhalten. Dirk Büsching hofft auf Vorschläge des Künstlers und Hilfe bei der weiteren Planung. Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist sicher: "Der Landschaftspark ist zum Sinnbild für das gesamte Ruhrgebiet geworden." So etwas habe nicht jeder, hier sei Strukturwandel erkennbar.
Für das Kulturwahrzeichen Duisburgs sind 600 000 Euro aus dem Konjunkturpaket in die Technikerneuerung geflossen. Für die Weiterentwicklung erhoffe sich die Stadt auch Gelder aus überregionalen Töpfen. Dass dieser Platz mit Parks Lichtinstallationen erhalten werden muss, ist für Duisburgs Kulturdezernent Karl Janssen völlig unstrittig: "Für mich ist das hier der spektakulärste Ort im ganzen Ruhrgebiet."
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