Duisburg: SPD hat ihren Bürgermeister „verloren“
zuletzt aktualisiert: 27.04.2007Duisburg (RPO). Die SPD-Ratsfraktion hatte gestern keinen guten Tag. Sie erlitt eine herbe Abstimmungsschlappe bei der Wahl eines Bürgermeisters aus ihren Reihen. Manfred Osenger bekam nur 34 Stimmen und damit drei zu wenig. Er sollte die Nachfolge von Monika Busse antreten.
Die Buchholzerin war zuvor mit netten Worten des OB und mit Blumensträußen (auch denen der Ratsfraktionsvorsitzenden) verabschiedet worden, weil die Sozialdemokraten nach der Hälfte der Amtszeit einen Wechsel vornehmen wollten.
„Wir – und auch die Grünen – haben bis heute offiziell nicht gewusst, wer kandidieren soll“, versicherte CDU-Fraktionschefin Petra Vogt. „Darum konnten wir in unserer Fraktion auch nicht über einen Kandidaten diskutieren und haben daher gegen Osenger gestimmt.“
Zudem habe ihr SPD-Chef Mettler vor einiger Zeit erklärt, er sei kein Mehrheitsbeschaffer für die CDU. Damals ging es um die Wahl von Stadtdirektor Greulich. „Und wir sind eben auch kein Mehrheitsbeschaffer für die SPD“, so Vogt.
Als das Ergebnis der geheimen Abstimmung bekannt gegeben wurde, zog sich die sichtlich schockierte SPD sofort zu einer Beratung zurück, aus der Herbert Mettler mit einer Erklärung wieder in den Ratssaal kam.
„Was wir hier erlebt haben, ist die Verabschiedung des demokratischen Grundkonsens. Die größte Fraktion wird damit ausgeschlossen. Die SPD wird sich entsprechend verhalten“, schloss er seine kurze Rede,
Für Manfred Osenger hatten neben den 28 SPD-Ratsmitgliedern sechs weitere gestimmt. Dagegen standen 39 Stimmen (vor allem von CDU und Grünen) sowie zwei Enthaltungen.
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