Duisburg: SPD: Prävention ist der richtige Weg
VON JESSICA NARLOCH - zuletzt aktualisiert: 08.04.2010Duisburg (RPO). "Die beste Grundlage für eine gelingende Prävention [...] besteht darin, positive Entwicklungsbedingungen für Kinder und Jugendlich zu schaffen [...]." Zu diesem Schluss kommt die Enquetekommission "Prävention" des Landtags Nordrhein-Westfalen, die im März ihren Bericht zur Kinder- und Jugendkriminalität vorlegte.
"Dies ist ein Bericht, an dem alle Fraktionen mitgearbeitet haben", erklärte gestern Ralf Jäger, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der SPD in Duisburg.
Nun liege es an den einzelnen Parteien, auf die Vorschläge der Kommission einzugehen und ein Konzept zur Bekämpfung der Jugendkriminalität zu entwickeln. Die SPD setzt dabei auf Präventionsmaßnahmen, die schon im Kindergarten beginnen und nicht erst dann, wenn die Täter mit 14 Jahren strafmündig werden. "Wir müssen Betreuer, Kindergärtner und Lehrer schulen, damit sie einen Blick für auffällige Kinder bekommen und wir eingreifen können, bevor diese in die Kriminalität geraten", so der Walsumer Landtagsabgeordnete Sören Link. Dabei ziele die SPD nicht darauf ab, Lehrer zu Sozialpädagogen zu formen, sondern diesen Unterstützung an die Hand zu geben.
Neue Stellen schaffen
Es müssten neue Stellen geschaffen werden, und nicht Lehrer durch Sozialarbeiter ersetzt werden, macht Link deutlich. "Diese Kinder brauchen das Gefühl, dass sie in unserer Gesellschaft benötigt werden. Wir müssen also Perspektiven schaffen." Rainer Bischoff, Landtagsabgeordneter aus Rheinhausen, stellt klar, dass Prävention kein "Kuschelkurs", sondern knallhartes Kalkül ist. "Prävention heißt Opferschutz; Täter sollen nicht wieder zu Tätern werden." Zum Konzept der SPD gehört die Vernetzung wichtiger sozialer Einrichtungen wie Bildungs- und Migranteneinrichtungen, Vereine, das Arbeits- und Jugendamt.
Für das Land NRW errechnete die Kommission für die Umsetzung allerdings einen Bedarf von 400 Millionen Euro - eine Investition, die von Land und Kommunen getragen werden müsste. Dabei sollte im Blick behalten werden, dass "ein Euro Prävention drei Euro im Strafvollzug spart", so Jäger. Gesamtwirtschaftlich würde sich dies laut Thomas Krützberg, Leiter des Jugendamtes der Stadt, durchaus rechnen. "Dies ist keine eins zu eins Rechnung, bei der Investition gleich Ersparnis ist. Aber wir verhindern, dass Jugendliche in die Arbeitslosigkeit rutschen. Sie bekommen dann kein Hartz IV und zahlen Sozialleistungen. Auch den Opferschutz kann man finanziell nicht aufwiegen." Von "Stammtischparolen" anderer Parteien hält Ralf Jäger nichts. "Jugendliche Straftäter länger wegsperren oder härter bestrafen bringt einfach nichts."
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