Duisburg: Spiderman wurde zum Pleitegeier
zuletzt aktualisiert: 13.03.2007Duisburg (RPO). Aus Rheinhausen für die Welt: Die Vision des Jörg Schröder will nicht Wirklichkeit werden. Dabei war der Mann, der sich mit dem kunstvollen Gestalten von Büchern und Bucheinbänden einen Namen gemacht hat, auf dem besten Weg dazu. Doch das geplante Buch über die Spiderman-Filme, das pünktlich zum Start von „Spiderman 3“ im Mai erschienen sollte, kommt nicht auf den Markt.
Es habe Vertragsstreitigkeiten zwischen den Film-Produzenten von Sony und dem Verlag Marvel Comics gegeben, bedauert Schröder. Er ist der Leidtragende: Das versprochene Material für die edle Dokumentation (Autogramme, originale Kostümschnipsel, Drehbuch-Auszüge und vieles mehr) wurde nicht geliefert.
Nun werden die Gesichter bei der Crafted Collectibles GmbH an der Friedrich-Ebert-Straße lang und länger. Denn der Firma, die mittlerweile fünf Personen beschäftigt, droht die Insolvenz. Dabei hat Schröder gerade erst eine Grafikerin eingestellt, um neue Projekte vorzubereiten. „Unsere Mitarbeiter sind reine Enthusiasten“, sagt Schröder. Doch von reinem Enthusiasmus kann man nicht leben.
Bis Ende März muss Schröder Geldgeber finden, sonst scheint die Insolvenz kaum abwendbar. Es geht um die Finanzierung weiterer wertvoller Bücher, diesmal über „Batman“ und „Indiana Jones“. Die entsprechenden Filme sollen im nächsten Jahr in die Kinos kommen. Gerade erst war Schröder auf der „Skywalker Ranch“ von Filmlegende George Lucas in San Francisco, um dort für den Indiana-Jones-Band zu recherchieren. Eine nächste Fahrt steht in Kürze an. Dann sei auch ein Treffen mit Lucas selbst geplant. „Wir haben Kontakte, die schier unglaublich sind“, sagt Schröder. Die Macher der „Simspons“ wollten im April die Crafted-Collectibles-Werkstatt in Rheinhausen besuchen, auch der „Playboy“ habe Interesse an Schröders Arbeit. Problem: „Die Vorfinanzierung der Projekte müssen wir immer selbst übernehmen.“
Eine halbe Million Euro sind nötig, um die geplanten Vorhaben in Gang zu bringen. Immerhin geht es nicht um Taschenbücher, sondern um handgefertigte Bände mit viel originalem Material aus den Batman- und Indiana-Jones-Filmen. Die Auflagen sind streng limitiert, für ein „Indy“-Buch sollen Sammler 3000 Euro zahlen. Die Werbemaschinerie laufe weltweit in Kooperation mit „Lucas Film“.
Trotz der großen Namen, mit denen Schröder aufwarten kann, verlief die Suche nach Finanziers bisher erfolglos. „Vielleicht passen wir hier nicht hin“, sagt der Künstler. „In Duisburg schreit jeder nur nach Mikrobiologie.“ Doch er stehe zu der Stadt und wolle die Vision einmal wahr machen: Aus Rheinhausen für die Welt. Schön wär’s!
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