Duisburg: Spieltrieb mit Disziplin
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 04.09.2007Duisburg (RPO). Der Jugendclub am Duisburger Stadttheater soll wieder für starke Akzente in der nächsten Saison sorgen. Am kommenden verlängerten Wochenende können sich junge Leute über die verschiedenen Angebote informieren.
Der Jugendclub am Duisburger Stadttheater ist unter dem schönen Namen „Spieltrieb“ dem Duisburger Schauspiel-Publikum längst ein Begriff. Vor drei Jahren hatte Michael Steindl, Künstlerischer Leiter Schauspiel, den Club ins Leben gerufen. Und in der vergangenen Saison war seine junge „Emilia-Galotti“-Inszenierung das insgesamt am besten besuchte Schauspiel der gesamten Spielzeit!
Am kommenden (verlängerten) Wochenende sollen die „Spieltrieb“-Produktionen der Saison 2007/ 2008 eingestielt werden: Junge Leute im Alter zwischen 16 und 23 Jahren sind eingeladen, das Regieteam kennenzulernen und sich über die geplanten Produktionen und die Anforderungen zu informieren. Drei Termine stehen dabei zur Auswahl: Samstag, 8. September, und Sonntag, 9. September, jeweils 13 bis 18 Uhr; sowie am Montag, 10. September, von 18 bis 22 Uhr. Treffpunkt sind die Säulen am Haupteingang.
Zum ersten Mal lädt der Jugendclub auch zu einem Tanztheater-Projekt ein. Unter der Leitung der Tänzerin und Choreografin Nanna Przetak soll ein Stück einstudiert werden, das sich mit dem Thema der nächsten Akzente (Arbeitstitel: Zukunft der Arbeit) auseinandersetzt. Eine tänzerische Ausbildung verlangt Nanna Przetak nicht von den Jugendlichen. Wichtig sei vor allem das Interesse an der Bewegungssprache, hieß es gestern beim Pressegespräch.
Neue Formen der Poesie und/ oder ein neuer Umgang mit Poesie wollen die beiden Diplom-Sprecher Anne Katrin Reiner und Andree Gubitsch mit dem Jugendclub auf der Bühne zeigen. Das Spektrum soll weit gefasst werden. Gefragt wird beispielsweise nach der „Welt hinter den Worten“ oder auch nach der Sprache, in der wir SMS verschicken. Die beiden entsprechenden Spieltrieb-Angebote sind auch für diejenigen geeignet, die nicht so viel Probezeit investieren können. Premiere ist bereits am 16. November.
Wie im vergangenen Jahr wagt sich der Jugendclub an eine deutschsprachige Erstaufführung. Eva Zitta wird das Stück der jungen schottischen Autorin Isabel Wright „Blooded“ inszenieren. „Blooded“ steht für Blutsbrüderschaft. Es geht allerdings nicht um „Brüder“, sondern um eine sechsköpfige Mädchenclique. Als „Joker“ möchten Michael Steindl und Andree Gubisch „Lenz“ von Georg Büchner präsentieren. In welcher Form stehe noch nicht fest, sagte Steindl gestern. Der Termin ist indes unverrückbar: Büchners Erzählung beginnt mit einem 20. Januar, als „Lenz durchs Gebirg“ ging.
Die Teilnahme am Spieltrieb kostet nichts, allerdings müssen sich die Jugendlichen im klaren darüber sein, dass ohne Arbeitseinsatz und Disziplin „nichts läuft“.
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