Duisburg: Spielzeug für kranke Kinder
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 22.12.2008Duisburg (RPO). Sebastian Huxhage schrieb eine E-Mail an 100 deutsche Unternehmen, um Spielsachen für die
Kinderklinik des Klinikums Duisburg zu sammeln. Nun verteilt er am Heiligabend Berge von Geschenken.Wedau / Friemersheim Der Friemersheimer Medizinstudent Sebastian Huxhage hatte vor ein paar Monaten eine Idee. Als er ein studienbegeleitendes Praktikum in einem Duisburger Krankhaus absolvierte, traf er auf krebskranke Kinder. Das Zusammentreffen löste bei dem 22-Jährigen ein Aha-Erlebnis aus.
Zuhause stapeln sich Geschenke
„Das hat mich schockiert. Gleichzeitig hat mich aber fasziniert, mit welcher großen Lebensfreude die Kinder dort auf der Station miteinander spielen und ihre Zeit verbringen. Da ist in mir der Entschluss gereift, für die Kinder etwas Gutes zu tun“, berichtet der 22-Jährige.
Huxhage setzte sich an den Schreibtisch und verfasste eine E-Mail, in der er Unternehmen und Spielzeughersteller bat, ihm für eine Weihnachtsbescherung in der Kinderklinik des Klinikums Duisburg Geschenke zu stiften, die er als Weihnachtsmann verkleidet am Heiligabend unter den Kindern verteilen könnte. In der E-Mail formulierte der Student aus Rheinhausen: seine Bitte fast schüchtern: „Würden Sie der Aktion Geschenke beisteuern? Wie zum Beispiel B-Waren? Das was sie verkraften könnten.“ Huxhage drückte auf „Senden“, 100 deutsche Unternehmen hatten Sekunden später Post. Doch die Reaktionen ließen zuerst auf sich warten.
„Am Anfang habe ich gedacht, dass die Aktion ins Wasser fällt. Gerade, als die großen Unternehmen, die ich angeschrieben habe, nicht mitmachen wollten. Doch in den vergangenen Wochen ist der Stein so richtig ins Rollen gekommen“, berichtet der angehende Mediziner und freut sich darüber. „Jetzt habe ich in meiner Wohnung kistenweise Spielzeug liegen.“
Am 24. Dezember wird Huxhage die Kisten mit den Spielwaren und Geschenken in sein Auto verladen und gemeinsam mit seiner Komiltonin Lara Hildebrand zum Klinikum fahren. „Lara fand die Idee richtig gut und hat spontan zugesagt mir zu helfen. Ich habe mir extra ein Weihnachtsmannkostüm bei einer Bekannten ausgeliehen. Noch sind wir auf der Suche nach einem Engelskostüm“, berichtet er. „Zwar gibt es momentan in der Kinderklinik keine Krebspatienten, aber die anderen Kinder, die dort die Feiertage verbringen müssen, werden sich auch freuen“, ist sich der 22-Jährige sicher, „Ich habe selbst mal im Klinikum gelegen, das ist schon eine große Abwechslung vom Alltag, wenn etwas passiert. Und wenn es Geschenke gibt, freut man sich ja sowieso.“
„Das ist eine fantastische Sache“, findet auch Chefarzt Dr. Rainer Schramedei. „Über Weihnachten im Krankenhaus zu liegen, ist für Kinder besonders schlimm. Das ist toll, wenn jemand so viel private Initiative aufbringt und den Kindern die Zeit hier bei uns versüßt.“
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