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Duisburg: Springmesser im Tresor

VON PETER KORTE - zuletzt aktualisiert: 24.10.2008

Duisburg (RPO). 35 Männer und Frauen der Bundespolizei sorgen im Hauptbahnhof in drei Schichten dafür, dass sich die Reisenden sicher fühlen. Durch den „polizeilichen Blick“ wurde schon mancher Missetäter erwischt.

Vor zwei Tagen wurden drei Graffiti-Sprayer erwischt, die zwei Personenwagen beschmiert hatten (die RP berichtete). In den Tagen zuvor musste ein Hamster (im Käfig) in Obhut genommen werden, ein „vergessener“ Junge war zu trösten, gestohlene Weichenteile zu Protokoll zu nehmen – Alltag für die Duisburger Bundespolizei. Was bis 1992 Bahnpolizei war, dann Bundesgrenzschutz, nennt sich heute Bundespolizei – unter anderem mit bahnpolizeilichen Aufgaben.

Im Bundespolizeirevier Duisburg arbeiten 35 Männer und Frauen in drei Schichten. Kontaktbeamter – auch „nach oben“ zur zuständigen Inspektion Düsseldorf – ist Polizeihauptkommissar Thomas Glagau (52). Er ist seit 1979 im Knotenpunktbahnhof Duisburg tätig und kennt sein Revier und seine „Pappenheimer“ aus dem Effeff. Pro Schicht sind – wenn es keine anderen besonderen Einsätze gibt – sechs bis acht Rundgänge durch den Bahnhofsbereich angesagt. Der „polizeiliche Blick“, die Berufserfahrung ist es oft, wenn dabei Männer oder Frauen erwischt werden, die etwas auf dem Kerbholz haben, beispielsweise illegal eingereist sind und in Gewahrsam genommen werden müssen.

In diesen Tagen erst wurde eine Softairwaffe sichergestellt, die vollautomatisch nachlädt und das Vierfache an zulässiger Geschossgeschwindigkeit hat – eine verbotene Waffe. Ein überdimensionales Springmesser liegt auch noch sicher verwahrt im Tresor.

Vielfach verlaufen solche Überprüfungen aber negativ: Die Papiere sind in Ordnung, eine Fahrkarte steckt in der Tasche, eine „Desorientierung“ liegt nicht vor. Der Bürger und Bahnkunde soll sich im Bahnhofsbereich sicher fühlen, dafür sorgt nicht zuletzt die Präsenz der Bundespolizeibeamten, wenn sie zu zweit ihren Rundgang machen. Wie beispielsweise Polizeioberkommissarin Daniela Dietrich und Obermeister Roman Reuter.

Zur Sicherheit mit aufs Revier

Die erste Kontrolle beim Rundgang, den die RP mitmachte, betrifft einen Besucher mit dunkler Hautfarbe. Die Papiere sind in Ordnung, der Mann kann rasch wieder seines Weges gehen. Ein zweiter, ein dritter Mann werden kontrolliert, auch hier ist alles im grünen Bereich. Dann fällt Daniela Dietrich ein Mann auf, der auf den Stufen zu einem Bahnsteig sitzt.

Ob mit ihm auch alles in Ordnung ist, lässt sich nicht vor Ort klären. Er muss mit aufs Revier, wo er erst einmal – zur Sicherheit aller anwesenden Beamten – seine Taschen ausleeren muss. Der Mann macht einen desorientierten Eindruck. Nach einem Anruf bei einem Betreuer steht aber auch hier fest: Der Mann kann sich selbst helfen, darf die Wache rasch wieder verlassen.

Die Rundgänge über die Bahnsteige sind obligatorisch, besonders über die 3 und 4 sowie 12 und 13. Hier halten die Fernzüge, unter anderen aus und in die Niederlande. Illegal Eingereiste könnten sich unter die Reisenden gemischt haben – oder auch Taschendiebe.

Taschendiebe immer zu dritt

Hauptkommissar Glagau: „Die rücken stets zu dritt an. Einer drängelt, einer ,zieht’ und gibt das Gestohlene an einen Dritten weiter, der sich schnell aus dem Staub macht!“ Daniela Dietrich und Roman Reuter haben einen Blick für ein plötzliches Gedränge, das ein Diebestrio inszeniert haben könnte.

Diesmal bleibt alles ruhig, das Gedränge am Intercity liegt an der Hektik der Bahnreisenden. Unterstützt werden die blau uniformierten Bundesbeamten von Taschendiebfahndern in Zivil.

Quelle: RP

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