kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Loveparade Panik Rampe PANORAMA 100728
  Foto: ddp
Kommentare ()

Zwischenbericht zur Loveparade-Katastrophe: Stadt Duisburg weist Verantwortung von sich

VON D. SCHÜLBE UND G. VOOGT - zuletzt aktualisiert: 04.08.2010 - 14:20

Die Stadt Duisburg weist die Verantwortung für die Katastrophe von der Loveparade, bei der 21 Menschen starben, von sich. In einem Zwischenbericht zum Handeln der Verwaltung, der unserer Redaktion vorliegt, verweist die Stadt darauf, dass sie für die Besucherströme auf dem Veranstaltungsgelände nicht zuständig war. Zudem werden neue Vorwürfe gegen die Polizei laut.

Das Gutachten verweist auf Pressebilder, die nach der Loveparade veröffentlicht wurden. Dabei sei zu erkennen, dass am Veranstaltungstag mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei auf der Rampe geparkt hätten, die zudem durch einen Zaun gesichert worden seien. "Die Fläche war in dem der Baugenemigung zugrundeliegenden Plan als Fluchtweg 15 gekennzeichnet und damit nicht als Abstellfläche für Fahrzeuge vorgesehen", heißt es in dem Bericht.

Auch der Zaun sei nicht Bestandteil der Baugenehmigung gewesen, "vielmehr war die Rampe als Fluchtweg freizuhalten". Die Breite der Rampe sei durch die Polizeiautos und den Zaun deutlich reduziert worden.

Arbeitsgruppe Sicherheit tagte 16-mal

In dem Gutachten heißt es, am 8. Juli habe von neun bis 14 Uhr in der Duisburger Feuer- und Rettungswache 1 ein "Szenarien-Workshop", also eine Art Simulation stattgefunden. Daran nahmen die Berufsfeuerwehr Duisburg, die Stadt, die Bundespolizeidirektion Sankt Augustin und die Polizei Duisburg und der Veranstalter teil.

Bei diesem Workshop seien die klaren Zuständigkeiten für einzelne Gefahrensituationen definiert worden. "Der Stadt Duisburg waren darin keine Zuständigkeiten für Besucherströme innerhalb des Veranstaltungsgeländes oder in der Karl-Lehr-Straße zugewiesen."

Zudem haben laut Bericht ab dem 12. März jeden Freitag Sitzungen der Arbeitsgruppe Sicherheit stattgefunden. Diese Arbeitsgruppe tagte demnach 16-mal. An ihr waren alle notwendigen Bereiche beteiligt. Der Bericht nennt das Ordnungsamt, die Feuerwehr, die Bundespolizei, das Polizeipräsidium Düsseldorf den Veranstalter, aber auch die Deutsche Bahn und andere.

15 Szenarien mit Maßnahmen und Entscheidungskompetenzen sind nach dem Bericht in der Arbeitsgruppe durchgespielt worden. Eines davon hat demnach auch die drohende Überfüllung des Veranstaltungsgeländes betroffen. In diesem Fall sei der Veranstalter als Verantwortlicher gekennzeichnet worden. Dabei sollten sich Veranstalter, Polizei, Feuerwehr, Stadt und Bundesbehörde - wie in anderen Szenarien auch - in einer Telefonkonferenz abstimmen.

Auf Sicherheitskonzept verwiesen

Zudem verweist die Stadt auf den Entwurf des Sicherheitskonzeptes vom 20. Mai, auf das sich die Stadt verlassen hatte. Darin heißt es, dass schon beim Eintreffen der Besucher am Veranstaltungsgelände "Späh"-Ordner eingesetzt würden, die einen regelmäßigen Bericht an das Lagezentrum abgeben würden.

Und in der Veranstaltungsbeschreibung von Lopavent steht: "Durch die ständige Überwachung des Veranstaltungsgeländes ist es der Veranstaltungsleitung im Lagezentrum jederzeit möglich, die Gesamtauslastung des Geländes zu bewerten und je nach Bedarf entsprechende Maßnahmen einzuleiten."

Das Sicherheitskonzept ist im Anschluss von Stauforscher Michael Schreckenberg geprüft worden. Sein Ergebnis lautete nach dem Bericht, dass er die Ergebnisse der Simulationen für nachvollziehbar hält und die beschriebenen Szenarien als realistisch dargestellt einschätzt. Laut seinem Gutachten seien "die Vorkehrungen zur Entfluchtung des Veranstaltungsgeländes bei vertretbarem Risiko ausreichend.

Am Tag des Geschehens, so stellt der Bericht fest, habe der Veranstalter das Gelände für die Besucher erst geöffnet, als er von der Stadt um 11.53 Uhr dazu aufgefordert wurde. Um 12.05 Uhr war dies dann umgesetzt. Um 14.58 Uhr habe dann die Polizei eine Vorsperre an der Karl-Jarres-Straße, Ecke Düsseldorfer Straße eingerichtet, damit der Zustrom zum Veranstaltungsgelände unterbrochen werde.

Nach einer Telefonkonferenz um 17 Uhr, in der es um die Überfüllung ging, sei schließlich beschlossen worden, den Notausgang Nord für abwandernde Besucher zu öffnen. Als schließlich um 17.02 Uhr die ersten Todesfälle bestätigt wurden, seien die Notausgänge über die A52 und über einen Ausgang im Norden des Geländes geöffnet worden.

Biesenbach: Entlastung für Stadt

Der Innenexperte der CDU-Fraktion, Peter Biesenbach, erklärte in einer ersten Reaktion, dass das Gutachten die Stadt Duisburg entlaste. Wie Biesenbach sagte, habe es offenbar Hinweise darauf gegeben, dass der Polizeiführer, der vor Ort für die Polizeikette zuständig gewesen sei, die Einsatzleitung gebeten hatte, Schlagstöcke einsetzen zu dürfen, weil die Kette nicht haltbar gewesen sei. Dies habe die Einsatzleitung aber verboten.

Außerdem, so Biesenbach, müsse man sich fragen, warum die Polizei die Veranstaltung nicht abgebrochen hatte, nachdem klar war, dass zu wenig Ordner vor Ort waren. Zudem hätte man schauen sollen, ob die Rundfahrten der Floats so zu steuern gewesen wären, dass kein Propfen gebildet hätte werden können.


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Mehr als 20.000 Besucher feierten mit

Unges Pengste 2012

Mehr als 20.000 Besucher feierten mit

Ausnahmezustand in Korschenbroich: Weit mehr als 20.000 Besucher drängten bei bestem Schützen-Wetter bis Sonntagabend, 27. Mai, in die Stad ... mehr 

15-Jähriger wieder auf freiem Fuß

Nach Attacke am Hauptbahnhof

15-Jähriger wieder auf freiem Fuß

Ein 15-jähriger Tatverdächtiger ist nach der brutalen Attacke auf zwei Frauen am Hauptbahnhof Mönchengladbach am Sonntagmorgen wieder auf fr ... mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Gefangen im Monster-Stau von Peking

In Chinas Hauptstadt gibt es nicht nur viele Menschen, sondern auch ziemlich viele Autos. Kein Wunder also, dass es dort immer wieder zu ... mehr 

Aus der Nachbarschaft
Meistgelesen

Ex-Trainer von Hertha BSC Berlin

Rehhagel bereut Auftritt vor DFB-Gericht

Trainer-Altmeister Otto Rehhagel hat nach seiner gescheiterten Rettungsmission das Kapitel Hertha BSC für sich abgeschlossen. "Für Hertha beginnt eine neue Zeitrechnung – ohne Otto Rehhagel , sagte der Coach in einem Interview. mehr

 

Politische Punktevergabe beim Eurovision Song Contest

Anke Engelke: "Europa beobachtet Dich"

 

Nach Attacke am Hauptbahnhof

15-Jähriger wieder auf freiem Fuß

 

Deutsche acht Jahre als Sklavin gehalten

"Sie haben sie wie ein Pferd eingespannt"

 

Stress-Ranking der Unternehmen

Burnout belastet NRW-Wirtschaft

Meistkommentiert

Zoff um Eurobonds

Brüderle: Staatsanleihen sind "Zinssozialismus"

Der Chef der FDP-Bundestagfraktion, Rainer Brüderle, hat sich erneut gegen die Einführung gemeinsamer europäischer Staatsanleihen ausgesprochen. Auch in der Bevölkerung stoßen Eurobonds auf große Ablehnung. mehr

 

CSD in Düsseldorf

"We are Europe! Are we Europe?"

 

IWF-Chefin löst Empörung aus

"Lagarde hat die Griechen beleidigt"

 

Protokoll des Eurovision Song Contests

Das war der Schmu aus Baku

 
MEHR

Loveparade-Katastrophe

Sauerland lehnt Rücktritt weiter ab

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland hat in einem Interview erneut die Frage nach einem Rücktritt zurückgewiesen. Zuvor hatte er zugegeben, falsche Besucherzahlen im Vorfeld der Techno-Party genannt zu haben. mehr

 

WDR-Interview mit Duisburgs OB

Sauerland: Loveparade wie "ein böser Traum"

Drei Wochen nach dem Loveparade-Unglück hat sich Oberbürgermeister Sauerland tief betroffen über das Unglück geäußert. "Jeden Morgen, wenn ich wach werde, wünsche ich mir, dass alles das, was wir erlebt haben, nur ein böser Traum ist." mehr

 

Medienberater für Duisburg

Aufsicht prüft Vertrag mit PR-Berater

 
 
 
 
Bilder aus Duisburg
Segelregatta  um das "Blaue Band"
Segelregatta um das "Blaue Band"
Segelregatta um das "Blaue Band" auf dem Rhein .. mehr 
 
Segelregatta  um das "Blaue Band"
Segelregatta um das "Blaue Band"
Segelregatta um das "Blaue Band" auf dem Rhein ..
mehr 
Ausflugtipps für Pfingsten in Duisburg
Ausflugtipps für Pfingsten in Duisburg
Tipps für Pfingstausflügen in und um Duisburg
mehr 
Duisburger Stadtansichten früher und heute
Duisburger Stadtansichten früher und heute
Fotos und Postkarten mit historischen Stadtansichten. Wenn möglich Geg ..
mehr 
125 Jahre Schallplatte: Die ersten Alben der Duisburger Promis
125 Jahre Schallplatte: Die ersten Alben der Duisburger Promis
Duisburger Prominente erzählen, welches ihre ..
mehr 
Landtagswahl 2012 in Duisburg: SPD feiert
Landtagswahl 2012 in Duisburg: SPD feiert
Landtagswahl: Großer Jubel im Lager der Duisburger SPD. Ernüchterung h ..
mehr 
Das sind die Kandidaten für den Wahlkreis 63 Duisburg IV
Das sind die Kandidaten für den Wahlkreis 63 Duisburg IV
Das sind die Kandidaten für den Wahlkreis 63 Duisburg IV
mehr 
 

RP ONLINE-Seminarreihe

So werden Sie bei Google gefunden

bornewasser.jpg

Unsere kompetenten Referenten zeigen Ihnen die Tricks der Suchmaschinen und sorgen dafür das Sie besser und schneller gefunden werden. mehr 

Familienanzeigen