Duisburg: Stimmung wie im Gürzenich
VON DIETER KRÜSSMANN - zuletzt aktualisiert: 04.02.2008Duisburg (RPO). Mit der „Närrischen Mercatorhalle“ bekamen Duisburgs Narren eine ganz neue Veranstaltung angeboten, die so hervorragend war, dass mit einer Neuauflage in der kommenden Session zu rechnen ist.
„Bläck Föös“ kennen keine Verschleißerscheinungen. Am Freitagabend mischten sie fast zu Beginn der Veranstaltung das Publikum der „Närrischen Mercatorhalle“ auf, bevor sie zum nächten karnevalistischen Auftritt wieder entschwanden. Närrische Mercatorhalle? Diese Veranstaltung ist neu im Programm des Hauptausschusses Duisburger Karneval (HDK) und war gleich ein Volltreffer. Und das lag nicht allein daran, dass die Halle diesmal geschmückt war, was bei der Prinzenkürung so nicht der Fall gewesen ist. Sondern es lag auch an dem ausgewogenen Programm, durch das die beiden Moderatoren Gerd Suchi und Ralf Bruns führten.
Auf der Bühne ging es hoch her, ein Kommen und Gehen von Karnevalisten und Künstlern. Den Auftakt machten die Offiziere der Blauen Jungs von der KG „Alle Mann an Bord“. Die sangesfreudigen Seelords präsentierten unter anderem ihren Bärentanz.
Schon beim zweiten Programmpunkt ging die Post ab. Als Gerd Suchi von einer Kölschen Institution sprach, die bereits seit 37 Jahren im Fasteloovend mitwirkt, wußten alle, daß dies nur die Bläck Föös sein konnten. Kafi Biermann, Ralf Gusovius, „Bömmel“ Lückerath, Erry Stoklosa, Peter Schütten, Hartmut Priess und Andreas Wegener haben ihre „nackten Füße“ immer noch nicht abgelaufen, auch wenn Frontmann Tommy Engel und Willy Schnitzer die Band vor einigen Jahren verlassen haben. Kaum hatten sie angefangen zu singen, bebte der Saal und alles sang mit. Niemanden hielt es auf den Sitzen. „Drink doch eene mit“, „Rot und wiss“, „Dat Wasser von Kölle“ waren nur einige Lieder. Die Bläck Föös brachten unwidersprochen die kölschesten aller Hits und waren die Stargäste an diesem Abend. Die Halle wurde vorübergehend zum Duisburger „Gürzenich“.
Als die alten Herren die Bühne verließen, kamen die ganzen jungen Karnevalsaktivisten. Die Minigarde von Gruen Weiss Ruhrort und Tanzmariechen Jennifer aus Rheinhausen waren der Beweis, dass es an Nachwuchs nicht fehlt. Richtig professionell dazu trat auch die Gruppe „Calypso“ auf, amtierende Weltmeister im Showtanz. Was da zu sehen war, einfach klasse.
Gleich zwei Mal wurden Attacken aufs Zwerchfell losgelassen. Zum einen kam Klaus (Rupprecht) und sein frecher Affe Willi auf die Bühne. Der bekannte Bauchredner hatte quasi ein Heimspiel und wurde als puppenspielende Adrinalinkanone bezeichnet. Im Hinblick auf die Lage des MSV meinte er: „Wenn ich eines Tages mal verkalke, dann werde ich Fan von FC Schalke, oder „Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Gesellen und dem FC Schalke 04? - Ein Geselle kann Meister werden!“
Und mit Lokal-Matador Wolfgang Trepper hatte der HDK noch einen weiteren Gast eingeladen, der den Narren die (Lach-) Tränen in die Augen trieb. Er machte sich Gedanken über die deutschen Schlager (und solche, die sich so bezeichnen). Michael Holm, Costa Cordalis, Christian Anders, alle betrachtete er einmal von einer anderen Warte aus. Köstliche Beispiele gab er auch zur Wetterkarte und TV-Sendungen wie beispielsweise „Bauer sucht Frau“.
An einem derart hochklassigen Karnevalsabend durfte Stadtprinz Theo I. nicht fehlen Er, der noch am Vortag rund 23 Auftritte hinter sich gebracht hatte und dennoch frisch wirkte, wurde von der kompletten Prinzengarde begleitet, die ebenfalls Duisburger Karneval von der besten Seite darbot. Ein farbenprächtiges Bild!
Eine 25-köpfige Big-Band mit hervorragender Sängerin und Sänger aus Köln beendete mit Welthits ein rund fünfstündiges Programm. Der Abend machte so viel Spaß, dass die „Närrische Mercatorhalle“ wohl keine Eintagsfliege sein wird.
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