Duisburg: Stolz auf den Europa-Garten
VON JESSICA NARLOCH - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Duisburg (RP). Die Schüler der Lise-Meitner-Gesamtschule haben mit ihren Gästen aus Spanien, Irland, Litauen, Belgien und der Türkei den "Comeniusgarten" eingeweiht.
Den zieren Bilder wichtiger Gebäude aus den Gastländern. Noch bis Freitag sind die 38 europäischen Gäste in Rheinhausen zu Besuch. Draußen herrschen nur knapp acht Grad minus. Der kleine Teich im Hof der Lise-Meitner-Gesamtschule ist zugefroren. Eigentlich bleiben die Schüler bei diesem Wetter lieber im Warmen, dennoch tummelten sich gestern fast 40 von ihnen im Hof um zwei Stangen, die mit blauer Plane abgedeckt waren.
Aufgeregt sprachen sie miteinander: auf Englisch, Spanisch, Litauisch, Belgisch und Türkisch. Denn nicht nur die Lise-Meitner-Schüler warteten auf die Enthüllung der Stangen. Unter ihnen waren auch die Gastschüler des Comenius-Schulpatenschaftprojektes.
Comenius-Projekt
Am Comenius-Projekt der EU nehmen sechs Schulen aus sechs Ländern teil. Die Besuche stehen unter verschiedenen Mottos: Architektur (Deutschland), Archäologie (Litauen), Kochen (Belgien), Kunst (Spanien), Natur (Türkei) und Industrie (Irland).
Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. In dieser Zeit besuchen auch Rheinhauser Schüler die Gastländer.
Architektur steht im Mittelpunkt
Seit Sonntag sind die europäischen Gäste im Rahmen des Projektes in Rheinhausen. Duisburg ist die erste Station des ungewöhnlichen Austausches, bei dem jeweils eine kleine Delegation aus fünf Ländern in ein weiteres Land reist und sich dort mit unterschiedlichen Themen befasst. "In Deutschland steht das Thema Architektur im Mittelpunkt. Daher ist das auch das Motto des Comeniusgartens", erklärte Projekt-Koordinatorin Ingrid Debus.
Zusammen mit Schulleiter Jürgen Petrasch enthüllte sie schließlich die beiden Stangen – dreidimensionale Skulpturen, an denen je drei Plexischeiben mit der Silhouette eines wichtigen oder typischen Bauwerkes aus einem der Gastländer zu sehen ist. "Wir haben hier ein Stadion aus der Science City in Valencia und den Kölner Dom", erklärte Petrasch.
Bei jedem Projekt soll es auch um das Thema Nachhaltigkeit gehen. "Daher pflanzen wir zusätzlich Blumen aus den verschiedenen Ländern ein, die unsere Gäste mitgebracht haben. Nur ist es dafür im Moment leider etwas zu kalt", ergänzte Petrasch und lachte.
Noch bis Freitag sind die insgesamt 24 Schüler und 14 Lehrer aus den Gastländern in Rheinhausen. Sie alle wohnen bei den Familien der Schüler. In dieser Woche geht es für sie noch nach Köln, wo sie den Dom besichtigen, und in den Landschaftspark, wo sie die Industriearchitektur kennenlernen. "Aber unsere Gäste haben auch genug Freizeit. Das war vor allem den Gastfamilien sehr wichtig", so Debus.
Was die Besucher in Duisburg sehen und unternehmen wollen, ist dabei ganz unterschiedlich. Die Wärme verwöhnten Spanier und Türken wollen bei den eisigen Temperaturen gerne Schlittschuhlaufen gehen, während die Litauer im für sie nicht ganz so kalten Deutschland lieber shoppen möchten.
Nach den Osterferien geht es für vier Lise-Meitner-Schüler und zwei Lehrer nach Litauen. Die Auswahlgespräche dafür finden in den kommenden Tagen statt. Nach Duisburg konnten besonders viele Gastschüler kommen, da sich viele Familien aus Rheinhausen angeboten hatten, einen Gast aufzunehmen.
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