Duisburg: "Strickguerilla" auf dem Ruhrorter Kunstmarkt
VON OLAF REIFEGERSTE - zuletzt aktualisiert: 21.08.2012Duisburg (RP). Mancherorts begnügen sich Stadtfeste mit Rummel und Fressbuden, nicht aber das Ruhrorter Hafenfest.
Denn neben Shanty- und Hafenchören, Drachenbooten und historischen Dampfschiffen, Kirmes und Feuerwerk, Gourmetgarten und Partymeile, belebt der Kreativkreis Ruhrort nach dem Kulturhauptstadtjahr das Hafenfest mit Kunst und Kultur, Skurrilem und Ungewöhnlichem und lockt somit neues, junges "Szene"-Publikum in den Hafenstadtteil.
"Mach' mir den Schimmi!"
So war dieses Jahr zum ersten Mal mit den "Kassierern" auch eine Punkband am Start, die ihre Verwurzelung in der Ruhrorter "Punkeria" auf der Harmoniestraße hat. Aber auch eine "Strickguerilla" aus Ruhrort, die Gegenstände des öffentlichen Stadtbildes wie Straßenlaternen, Abflussrohre oder Zäune mit Gestricktem, Gehäkeltem und Genähtem in einem anderen Licht erscheinen lassen und damit für Aufmerksamkeit sorgen, gehören zu diesen Neuerungen.
Auf dem "Kunst- und Kulturmarkt", der seit 2011 auf und am Neumarkt veranstaltet wird, waren diesmal rund 40 Aussteller aus den Bereichen Bildende Kunst und Literatur. Mit dabei war auch ein sogenannter "Look-alike-Wettbewerb" von Dagmar Dahmen (DU-Tours) und den "Kaldi"-Frauen Britta Gies und Silke Laskowski nach dem Motto "Mach' mir den Schimmi!"
Und neben alledem fand noch ein breites unterhaltsames Bühnenprogramm statt, das Theater, Musik und Lesungen bot. Eröffnet wurde der "Kunst- und Kulturmarkt" durch Katharina Golomb von der Firma Haniel, die diese Entwicklungen im Kreativquartier Ruhrort sehr begrüßt und neben anderen Hafenfestaktivitäten deshalb auch separat unterstützt. Golomb lobte das kreative Engagement, das der hanielschen Firmenphilosophie von Standortpolitik im Sinne von Nachhaltigkeit entspreche.
Die anwesenden Künstler, ob Zeichner, Maler, Grafiker, Bildhauer oder Schriftsteller, trotzten bravourös den tropischen Temperaturen und konnten den zahlreichen Besuchern ihre Kunst teils durch Vor-Ort-Arbeiten näher bringen und damit den Unterschied zum ebenfalls auf dem Hafenfest vertretenen Kunsthandwerkermarkt deutlich machen. Organisiert wurde der "Kunst- und Kulturmarkt" in diesem Jahr vom Künstler Klaus-Dieter Brüggenwerth und Katja Zappe vom Künstlerhaus "Hafenkult".
Am von Vasco Deckert kuratierten "Verkaufsoffenen Sonntag" beteiligten sich etwa 30 Läden und Geschäfte. Ob Friseur, Boutique, Yoga-Studio, Café, Optiker, Parfümerie – alle Einrichtungen waren nicht nur zum Stöbern, Kaufen und Verweilen geöffnet, sondern boten selbst kleine kreativ-gestaltete Ereignisse.
Größte Aufmerksamkeit erzielte dabei eine "Hundemodenschau", die von Susanne Jojko vom Ruhrorter Hunde Café organisiert und von Hundebesitzerin Evelyne Helget moderiert wurde. Sowohl alle Zweibeiner, vor allem aber die Vierbeiner, ob im "Publikum" oder als "Model", hatten "tierischen" Spaß an dieser Veranstaltung.
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