Duisburg: Suche nach der „idealen Stadt“
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 18.04.2008Duisburg (RPO). „Zukunft findet Stadt – Stadtentwicklung in Duisburg“ lautete der Titel der Veranstaltung, die gestern Abend viele in den großen Saal der Mercatorhalle im CityPalais lockte. Die Veranstaltung sollte Auftakt und Inspiration zur Antwort auf die Frage nach der Zukunft Duisburgs sein.
Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen. Der Trend- und Zukunftsforscher Prof. Matthias Horx zitierte gestern Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, dem diese Worte nachgesagt werden. Gleichzeitig gab Horx selbst Antworten auf die Frage nach der Zukunft der Stadt. Die gehört der „kreativen Klasse“, glaubt man dem amerikanischen Soziologen Richard Florida. Horx übernahm die Thesen des US-Wissenschaftlers und zog daraus seine Schlüsse für die Perspektiven einer Stadt.
Miriam Beul, Moderatorin des Abends, glückte eine provokante Einleitung. „Eine paar neue Bürogebäude mit Wasserblick, ein Casino, ein neues Einkaufszentrum – reicht das wirklich aus?“, so ihre Frage. Dabei hatte Oberbürgermeister Adolf Sauerland schon in seiner Einleitung klar gemacht, dass der Wandel Duisburgs gerade erst begonnen habe und die Suche nach der „idealen Stadt“ mit dem Programm „Duisburg 2027“ unter Beteiligung möglichst vieler Bürger nachhaltig fortgesetzt werden solle.
Bürgerforen
Die zukünftige Stadtentwicklung Duisburgs soll nun in Bürgerforen in allen sieben Stadtbezirken diskutiert werden. Dabei sollen interessierte Gruppen, Vereine, Kirchen und Verbände eingebunden werden. Das Interesse an der Entwicklung sei bei den Bürgern vorhanden, konstatierte OB Sauerland: „Für diese Veranstaltung waren 2100 Karten schnell vergriffen. Das müssen die Philharmoniker erstmal schaffen.“
Der Saal reichte aus
Das Interesse der Duisburger an der Zukunft ihrer Stadt ist offensichtlich groß. Schließlich war der große Saal der Mercatorhalle fast voll. Die Stadtverwaltung hatte allerdings richtig vermutet, dass trotz 2100 ausgegebener Eintrittskarten die Kapazität des Saals (1750 Plätze) ausreichen würde.
Eine Wiederbelebung des Zentrums forderte Zukunftsforscher Horx. Applaus bekam er für die Feststellung, dass von einem Comeback der City keine Rede sein könne, wenn dort „nach Geschäftsschluss kein soziales Leben“ mehr stattfinde. Damit hatte er offenbar den Nerv der Duisburger gefunden.
In der Podiumsrunde mit Experten aus Politik, Verwaltung, Kultur und Wirtschaft ging es vor allem um Wohnen, Arbeit, Energie und Logistik. Die Kabarettisten Kai Magnus Sting und Wolfgang Trepper sorgten dafür, dass es nicht bei trockenen Statements blieb.
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