Duisburg: Suche nach Ratsmehrheit beginnt
zuletzt aktualisiert: 30.08.2009 - 23:17Duisburg (RPO). Die intensive Wahlwerbung der SPD hat sich zumindest in einem bezahlt gemacht. Mit 39,0 Prozent der Stimmen und 29 Sitzen im Stadtrat legte sie gegenüber 2004 (38,0 Prozent) leicht zu, vor allem aber gelang es ihr, den Abstand zum stärksten Verfolger, der CDU, deutlich zu vergrößern.
Die Christdemokraten büßten 2,5 Prozent ein und mussten sich mit für sie enttäuschenden 33,53 Prozent der Stimmen zufrieden geben. Sie haben nun 25 Sitze im Rat der Stadt. Von den 37 Direktmandaten gingen 25 an Sozialdemokratische Ratsmitglieder.
Für die CDU ziehen nur zwölf Ratsvertreter auf direktem Wege in das Gremium ein. Die Grünen fielen zurück auf 8,43 Prozent (9,9) und die Linken kletterten von 5,3 auf 7,7 Prozent. Die FDP musste sich mit 4,3 Prozent zufrieden geben, 0,03 Prozent weniger als bei der Wahl 2004. Die übrigen Parteien, die sich zur Wahl gestellt hatten, sorgten nicht wirklich für Überraschungen. SGU, Bürgerlich Liberale, DAL, Bürger Union und Junges Duisburg sie alle werden mit je einem Vertreter in den Rat der Stadt einziehen.
Mit diesem Ausgang hatten CDU/Grüne nicht unbedingt gerechnet, hatten sei doch darauf gebaut, im neuen Rat gemeinsam die Mehrheit stellen zu können. Aber auch die SPD muss ab Montag auf Brautschau gehen. In den vergangenen Wochen hatten die Grünen stets energisch abgewunken, wenn von einem Rot-Grünen Bündnis die Rede war.
Seitens der Linken war gleichfalls keine große Sympathie für die SPD zu entdecken gewesen. Und wie sieht es mit einer großen Koalition aus? Dem SPD-Oberbürgermeisterkandidaten Jürgen C. Brandt stand danach am Sonntag nicht die Laune, während Parteichef Ralf Jäger und andere SPD-Spitzenvertreter Gespräche in Richtung CDU nicht ausschloss.
Bei den Christdemokraten konnten sich am Sonntag die Vorstände nur schwer vorstellen, von einem grünen zu einem roten Partner zu wechseln. „Wir werden jetzt erst einmal eine Nacht über das Ergebnis schlafen. Am Montag sehen wir dann mal weiter. Sicherlich sind wir bereit, mit allen zu sprechen”, so Parteichef Thomas Mahlberg.
Von solchen Sorgen unbeindruckt waren die FDP-Vertreter. „Wir werden nun wieder mit drei Ratsmigliedern und damit wieder in Fraktionsstärke antreten”, freute sich Ratsherr Wilhelm Bies. Er konnte gestern davon ausgehen, dass in absehbarer Zeit Vertreter der großen Parteien zu ihm Kontakt aufnehmen. Und die Linken? Sie fühlen sich gestern bestätigt und zeigten Bereitschaft, mit allen zu reden.
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