Duisburg: „Swinging deutsch“
VON CHRISTINA HÖTZEL - zuletzt aktualisiert: 02.07.2008Duisburg (RPO). Daniela Rothenburg und Band begeisterten zahlreiche Zuschauer beim Hofkonzert in der Bezirksbibliothek Rheinhausen mit perfekt vorgetragener deutschsprachiger Jazzmusik.
rheinhausen „Ist ja proper hier, schön“. Vom ersten Moment an fühlte sich Daniela Rothenburg auf der Bühne im Innenhof der Bezirksbibliothek Rheinhausen sichtlich wohl. Mit enormer Präsenz und ihrer humorvollen, saloppen Art umgarnte sie Montagabend die zahlreichen Zuhörer.
„We are swinging deutsch“, lautete das Motto des Abends und die Dortmunder Sängerin und ihre vierköpfige Band verloren keine Zeit, sondern legten gleich mit ihren nostalgischen Songs aus den 1930er und 1940er Jahren los.
Rothenburg untermalte ihren Gesang mit spontanen Choreographien und kokettierte mit dem Publikum. Mit ihrer gefühlvollen Stimme, die aber auch ein beachtliches Klangvolumen erreichen konnte, flog sie mit Frank Sinatra zum Mond oder ging mit Trude Herr auf Männerfang. „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“, schmetterte sie den Zuhörern zu. Anspruchsvoll war auch die Musik.
Nächstes Konzert
Am 7. Juli geht die Veranstaltungsreihe Hofkonzerte in der Bezirksbibliothek Rheinhausen, Händelsstraße 6, weiter. Um 19 Uhr servieren „Arpa Latina“ Musik aus Spanien und Lateinamerika.
In schwungvollen Soli schöpften Werner Geck am Piano, Leonard Jones am Kontrabass, Stefan Aschenbrenner am Saxophon und Hans G. Laaks am Schlagzeug die Kapazität ihrer Instrumente voll aus. Timing und Rhythmik war bei den Improvisationen stets perfekt aufeinander abgestimmt. Nach besonders gelungenen Passagen gab das Publikum Szenenapplaus. „Ja, singt mit Jungs“, versuchte Rothenburg ihre Bandkollegen zu animieren. Doch lediglich Aschenbrenner griff zum Mikrophon und sang ein Ständchen auf die süße Danny.
Zum Schmunzeln waren einige Übersetzungen der Texte von George Gershwin. „Der David war klein, so klein. Doch bald lag der Riese tot auf der Wiese“, diese Textstelle aus „Porgy und Bess“ hörte sich im Deutschen eher wie ein missratener Kinderreim an, und sowohl Sängerin als auch Publikum konnten sich das Lachen nicht verkneifen.
In der Regel kamen die gefälligen Jazzschlager ohne große Effekthascherei bei den Hofkonzertgästen jedoch sehr gut an. „Ganz Paris träumt von der Liebe. Bei diesem schönen Lied von Catharina Valente können Sie enger zusammenrücken und schmusen“, aus ihrer Begeisterung für den Swing machte die ehemalige Studentin an der Glen Buschmann-Jazzakademie Dortmund keinen Hehl.
Wie die bekannten Interpreten vereinte sie Entertainment und Gesang. Die richtige Musik, um bei dem schönen Wetter abzuschalten und die unbekümmerte Atmosphäre zu genießen.
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