Duisburg: Synagoge: Päckchen löst Großeinsatz aus
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 04.03.2011 - 19:35Ein verdächtiges Päckchen ohne Absender, das an die jüdische Gemeinde in Duisburg adressiert war, hat am Freitag einen stundenlangen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.
Das Päckchen war gegen 14.45 Uhr an das Sekretariat der Synagoge am Innenhafen von einem Paketzusteller geliefert worden. Nachdem der Metalldetektor anschlug, wurde die Polizei informiert. Die Beamten sperrten aus Sicherheitsgründen den Bereich um das Gotteshaus weiträumig ab.
Stundenlang konnte nicht geklärt werden, ob sich ein gefährlicher Inhalt in dem Paket befindet.
Ein Spürhund konnte zunächst keine explosiven Substanzen erschnüffeln. Entwarnung konnten aber erst die Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes (LKA) am Abend geben, nachdem sie das Päckchen mehrfach geröntgt und mit einem Spezialgerät durchleuchtet hatten. Dabei stellte sich heraus, dass der Absender die Zentrale Wohlfahrtsstelle für die Juden in Deutschland war und sich im Päckchen harmlose Werbeprospekte befanden. „Das ist nicht zu akzeptieren. So eine Fahrlässigkeit geht nicht. Da müssen wir selbstkritisch sein. Das muss aufgeklärt werden“, so der Geschäftsführer der jüdischen Gemeinde Michael Rubinstein. Und sein Vorgänger Jacques Marx fragte: „Wie kann man nur so etwas machen?“
Es sei der erste Vorfall dieser Art in Duisburg gewesen. Erst in der vergangenen Woche hatten Rechtsradikale auf einem jüdischen Friedhof der Gemeinde einen Grabstein mit einem Hakenkreuz beschmiert. „Deswegen waren wir auch etwas in Sorge. Man weiß ja nie“, so Rubinstein. Aus Sicherheitsgründen wird die Synagoge seit Jahren rund um die Uhr von der Polizei bewacht.
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