Protokoll: Tag zwei nach der Loveparade-Tragödie
zuletzt aktualisiert: 26.07.2010 - 21:38Die Massenpanik auf der Duisburger Loveparade hat zwei Tage nach dem Unglück ein weiteres Todesopfer gefordert: Eine 21-Jährige ist ihren schweren Verletzungen im Duisburger Bethesda-Krankenhaus erlegen. Unterdessen verdichten sich die Hinweise auf Sicherheitslücken bei der Planung der Musikparty. Die Kripo Duisburg hat ihre Ermittlungen an die Kollegen aus Köln abgegeben. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) ordnete Trauerbeflaggung an. Wir berichten aktuell über die Entwicklungen an Tag zwei nach der Katastrophe.
21.37 Uhr: Der Berliner Techno-DJ und Erfinder der Love-Parade Dr. Motte (bürgerlich Matthias Roeingh) macht neben dem Veranstalter der Duisburger Loveparade auch den Oberbürgermeister Adolf Sauerland für die Katastrophe vom Samstag verantwortlich. In der "PHOENIX RUNDE SPEZIAL" sagte Dr. Motte, die Köpfe der Entscheidungskette müssten die Verantwortung übernehmen. "Ohne Herrn Schaller, der gesagt hat 'Ich mache die Love-Parade jetzt in Duisburg' und ohne den Bürgermeister und diese ganze Entscheidungskette wäre das alles nicht passiert. Die haben das angeordnet, die müssen dafür die Verantwortung übernehmen."
21.18 Uhr: Die Hinweise auf fatale Fehler der Planer verdichten sich: Gegen die Stadt, die Polizei und den Veranstalter gab es neue massive Vorwürfe. Laut einem Medienbericht soll Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland die Parade trotz Bedenken von Feuerwehr und Polizei nur Stunden vor ihrem Beginn genehmigt haben. Nach Informationen der "Kölnischen Rundschau" aus Kreisen der Polizei soll Sauerland die ordnungsbehördliche Erlaubnis erst am Samstagmorgen um 9 Uhr erteilt haben. Noch am Freitag soll in verschiedenen Sitzungen über das Sicherheitskonzept debattiert worden sein. Duisburger Berufsfeuerwehr und Polizisten sollen dabei erneut deutlich gemacht haben, dass die Großveranstaltung in dieser Form nicht stattfinden könne.
21.01 Uhr: Die neue nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sagte am Abend in einem ARD-Brennpunkt, es sei klar erkennbar, dass das Sicherheitskonzept für die Mammutveranstaltung nicht gut gewesen sei. Nun gelte es, rasch zu klären, wo die Verantwortlichkeiten lägen und dann Konsequenzen zu ziehen. Die Regierungschefin machte deutlich, dass sie die Verantwortung auf dem Gelände bei den Veranstaltern und für die Planung bei der Stadt Duisburg sehe.
Chaos auf der Loveparade - ein Überblick
- Erhebliche Mängel beim Sicherheitskonzept
- Zu wenig Sicherheitskräfte im Einsatz
- Tage von OB Sauerland sind gezählt
- So passierte die Katastrophe
- Zahl der Toten steigt auf 20
- Augenzeugen aus der Region berichten von dramatischen Szenen
- Politiker reagieren bestürzt nach der Katastrophe
- Amateurvideo zeigt Massenpanik
- Ins Kondolenzbuch eintragen
20.46 Uhr: Laut WDR hat der Veranstalter der Loveparade Rainer Schaller der Polizei schwere Vorwürfe gemacht. Schuld an dem Desaster könne die Anweisung der Polizeieinsatzleitung gewesen sein, die Schleusen vor dem westlichen Tunneleingang zu öffnen. Schaller widersprach der vielfach geäußerten Meinung, dass aus Profitgier Sicherheitsbedenken hinten angestellt worden wären. Er kündigte eine rückhaltlose Aufklärung der Katastrophe an.
20.01 Uhr: Nach Informationen von "Bild.de" wird die Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Urlaub unterbrechen und bei der offiziellen Trauerfeier für die Opfer des Unglücks in Duisburg anwesend sein.
19.36 Uhr: Nach der Tragödie in Duisburg mehren sich die Rücktrittsforderungen an den Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU). "Sauerland hätte so viel Gespür aufbringen sollen, dass er zurücktritt", sagte die Chefin der nordrhein-westfälischen Grünen, Monika Düker, am Montag "Spiegel Online". Er trage als Chef der Genehmigungsbehörde "die politische Verantwortung für ein Konzept, das nicht aufgegangen ist". Der Landesvorsitzende der Linkspartei, Hubertus Zdebel, betonte in Düsseldorf ebenfalls, die "Stadtspitze" dürfe sich vor der politischen Verantwortung nicht drücken.
19.04 Uhr: Nun hat sich doch die traurige Nachricht (siehe 16:43 Uhr) bestätigt: Das Rathaus Duisburg hat den Tod der 21-Jährigen, die in kritischem Zustand im Duisburger Bethesda-Krankenhaus lag, bestätigt.
18.38 Uhr: Als Konsequenz aus dem Unglück will der Deutsche Städte- und Gemeindebund deutschlandweit die Sicherheitsstandards für Großveranstaltungen überprüfen und gegebenenfalls verschärfen. "Es ist ein alter Grundsatz der Gefahrenabwehr, dass man aus jedem Unglück oder Schadenseintritt die notwendigen Schlüsse zieht, um Vergleichbares in der Zukunft auszuschließen", sagte Städtebund-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem "Handelsblatt". Landsberg trat zugleich Überlegungen entgegen, angesichts der Duisburger Katastrophe auf Veranstaltungen dieser Größenordnung künftig zu verzichten.
18.10 Uhr: Ordnungsamt und Kulturausschuss der Stadt Duisburg sind bei der Planung der Loveparade offenbar von einer Million Besucher ausgegangen. Dies berichtet die hannoversche "Neue Presse" unter Berufung auf das Protokoll einer Sitzung des Kulturausschuss der Stadt. In der Sitzung am 15. Dezember 2009 habe eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes über die Loveparade referiert. "Wie die Erfahrungen der anderen Städte gezeigt haben, werde mit einer Besucherzahl von rund einer Million gerechnet", fasst das Protokoll der Sitzung den Vortrag des Ordnungsamtes zusammen.
18.05 Uhr: Nach Einschätzung des Tübinger Strafrechtlers Jörg Kinzig drohen den Verantwortlichen im Fall der tödlichen Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg allenfalls Bewährungsstrafen. "Ich rechne nicht damit, dass jemand deswegen in Haft kommt", sagte Kinzig der Nachrichtenagentur ddp.
17.54 Uhr: Die Meldung von Radio-Duisburg über ein zwanzigstes Todesopfer hat sich als nicht korrekt herausgestellt. Offenbar lebt die Schwerverletzte noch, ihr Zustand sei aber sehr kritisch.
17.45 Uhr: Die Polizei Duisburg hat nun bestätigt, dass sie die Ermittlungen im Rahmen der Katastrophe rund um die Duisburger Loveparade an die Kölner Kollegen abgegeben hat.
17.11 Uhr: Gemeinsam mit Vertretern der NRW-Landtagsfraktionen dankte Innenminister Ralf Jäger allen Einsatzkräften von Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Polizei, die am Samstag bei der Loveparade in Duisburg eingesetzt waren. "Das war für alle ein ganz schwieriger Einsatz. Viele von ihnen sind bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit gegangen und haben nach dem schrecklichen Ereignis so schnell wie möglich gehandelt und Verletzte und Betroffene medizinisch und psychologisch betreut. Das verdient unsere Hochachtung", sagte der Innenminister heute in Düsseldorf. "Unser ganzes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer. Wir trauern mit ihnen. Wir hoffen, dass die Verletzten schnell genesen und die Traumatisierten das Geschehen verarbeiten können."
16. 59 Uhr: Ein alternatives Sicherheitskonzept für die Loveparade in Duisburg ist offenbar auch aus Kostengründen verworfen worden. Medienberichten zufolge hatten sich Polizei und Feuerwehr dafür eingesetzt, die Raver großflächiger auf das Veranstaltungsgelände anreisen zu lassen und bauliche Engpässe unbedingt zu vermeiden. Dieses Konzept sei wegen des weitaus größeren Personalaufwands von der Stadtverwaltung abgelehnt worden, berichtete am Montag "Spiegel Online".
16.43 Uhr: Nach Radio-Duisburg-Informationen ist die letzte Schwerverletzte gestorben. Angeblich soll eine 21-Jährige ihren Verletzungen erlegen sein. Damit würde sich die Opferzahl auf 20 erhöhen.
16.28 Uhr: Nach Ansicht der innenpolitischen Sprecherin der Grünen im NRW-Landtag, Monika Düker, trägt die Stadt Duisburg die Verantwortung für die Todesfälle bei der Loveparade. Videobilder vom Geschehen hätten eindeutig gezeigt, dass der tödliche Rückstau durch die so geplante Zugangssituation herbeigeführt worden sei, sagte Düker unserer Redaktion. Hier liege eindeutig ein Organisationsversagen vor, so Düker. Die Stadt habe das Konzept genehmigt und trage die Verantwortung.
15.49 Uhr: Nach Informationen der Nachrichtenagentur ddp soll das Kölner Polizeipräsidium die strafrechtlichen Aspekte des Unglücks ermitteln, das polizeiliche Einsatzkonzept am Veranstaltungstag soll vom Polizeipräsidium Essen ausgewertet und überprüft werden.
15.28 Uhr: Die Duisburger Kripo möchte offenbar dem Vorwurf der Befangenheit bei den Ermittlungen zu den tragischen Vorfällen rund um die Katastrophe bei der Duisburger Loveparade aus dem Weg gehen: Nach "Spiegel-Online"-Informationen übernimmt die Kölner Polizei ab sofort die Ermittlungen.
15.11 Uhr: Der Veranstalter Lopavent hat die Duisburger Loveparade bei der deutschen Tochter des französischen Versicherungskonzerns Axa versichert. Die "Financial Times Deutschland" berichtete vorab von der Veranstalterhaftpflichtversicherung. "Lopavent ist mit einer Gesamtdeckungssumme von 7,5 Millionen Euro bei der Axa versichert", sagte ein Sprecher des Versicherers der Zeitung.
14.48 Uhr: Bei der Katastrophe während der der Love-Parade sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft Duisburg deutlich mehr Menschen verletzt worden als zunächst angenommen. Die Staatsanwaltschaft bezifferte ihre Zahl am Montag auf mehr als 500. "Die letze Zahl war 511", sagte Staatsanwalt Rolf Haferkamp der Nachrichtenagentur Reuters. 43 Menschen befänden sich noch im Krankenhaus, ein Opfer schwebe in Lebensgefahr.
14.19 Uhr: Nach der Massenpanik sind bei der Duisburger Polizei immer noch zahlreiche Menschen als vermisst registriert. Am Montagmittag war der Verbleib von 1138 Personen noch unklar, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Nach seinen Angaben bedeutet das aber nicht, dass sie tatsächlich noch vermisst werden. Viele Angehörige versäumten es, die Polizei darüber zu informieren, dass die als vermisst gemeldete Person wieder zu Hause eingetroffen sei. Insgesamt waren nach der Loveparade am Samstag 2367 Menschen bei der Duisburger Polizei als vermisst gemeldet worden.
13.53 Uhr: Unsere Lokalredaktion hat erfahren, dass OB Adolf Sauerland und seine Familie nach den Vorfällen am Sonntag nun unter Personenschutz stehe. Am Nachmittag will er noch einmal eine schriftliche Erklärung abgeben, allerdings wolle er nicht zurücktreten. Im Duisburger Rathaus war für den Mittag eine Krisensitzung angesetzt.
13.16 Uhr: Panik- und Stauforscher Michael Schreckenberg hat nach eigenen Angaben nicht am Sicherheitskonzept für den Tunnelbereich mitgearbeitet. "Ich habe nur den Stadtbereich überprüft", sagte Schreckenberg am Montag. Zudem betonte er, dass er von vornherein vor dem Tunnel als Zugang zum Loveparade-Gelände und dem Bahnhof gewarnt habe. "Man wollte mit mir aber nicht kooperieren", sagte Schreckenberg. Es sei eine "Unverschämtheit", dass ihn Menschen nun für den Tod der 19 Loveparade-Besuchern verantwortlich machten.
13.11 Uhr: Das Bundesinnenministerium hat Vertuschungsvorwürfe im Zusammenhang mit der Loveparade-Tragödie deutlich zurückgewiesen. Ministeriumssprecher Stefan Paris sagte am Montag in Berlin, Meldungen, die Bundespolizei halte Unterlagen zu der Veranstaltung zurück, seien "falsch". Die Bundespolizei komme der Anfrage der Staatsanwaltschaft nach und sei dabei, die benötigten Akten zu versenden.
12.50 Uhr: Auch die Polizei in Rotenburg will das Sicherheitskonzept für das Hurricane-Festival in Scheeßel nochmals überprüfen. "Das sollte man immer nach solchen Ereignissen machen", sagte der Sprecher der Polizei, Detlev Kaldinski, am Montag. Generell werde das Sicherheitskonzept für das Festival, zu dem in diesem Jahr rund 70.000 Besucher kamen, aber ständig überprüft und gegebenenfalls verbessert.
12.40 Uhr: Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl, hat eine unabhängige Untersuchungskommission gefordert. Die Komission solle sich aus Fachleuten aus Sicherheitsbehörden und Rettungsdiensten zusammensetzen, die nicht aus dem Duisburger Umfeld stammten, sagte der CSU-Politiker am Montag in Berlin. Nur so könne unvoreingenommen geklärt werden, welche Umstände zu dem Unglück geführt hätten. Zudem könnten die daraus gezogenen Lehren dazu genutzt werden, allgemein gültige Sicherheitsstandards für künftige Massenveranstaltungen zu entwickeln.
12.01 Uhr: Die Organisatoren der bevorstehenden Großveranstaltung Gay Games in Köln haben erste Konsequenzen aus der Tragödie von Duisburg gezogen. "Wir werden jetzt natürlich unsere Sicherheitskonzepte noch einmal sehr kritisch überprüfen", kündigte der Co-Präsident der Gay Games, Michael Lohaus, am Montag auf der Internetseite des Sportfestes an. Er sei aber sicher, gut aufgestellt zu sein. Die Abstimmung mit Stadt, Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdiensten habe bereits vor Jahren begonnen.
11.25 Uhr: Trotz der Tragödie bei der Loveparade halten die Veranstalter des Schlagermove-Festivals in Dortmund an ihrer Musikparty fest. Das sagte am Montag ein Sprecher der Organisatoren. Das Festival sei deutlich kleiner. Zu der dreitägigen Veranstaltung am letzten Augustwochenende in Dortmund werden insgesamt 30.000 Gäste erwartet. Das Veranstaltungsgelände verkrafte pro Tag jeweils 15.000 Besucher, sagte der Sprecher.
10.46 Uhr: Der in die Kritik geratene Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) schließt seinen Rücktritt nicht aus. "Gestern und auch heute ist die Frage nach Verantwortung gestellt worden, auch nach meiner persönlichen. Ich werde mich dieser Frage stellen, das steht außer Frage", sagte Sauerland am Montag im Radiosender WDR2. Doch zunächst müsse es darum gehen, die schrecklichen Ereignisse vom Samstag aufzuarbeiten. "Und wenn wir wissen, was da passiert ist, dann werden wir auch diese Frage beantworten. Das verspreche ich", sagte Sauerland zu den an ihn gerichteten Rücktrittsforderungen.
10.33 Uhr: Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner hat bestürzt über das Unglück reagiert. Was als unbeschwertes Vergnügen junger Menschen gedacht war, habe mit einem schrecklichen Unglück geendet, sagte Meisner am Montag in Köln. Er fühle mit den trauernden Familien und Freunden und erbitte Gottes Kraft für sie.
10.23 Uhr: Die behördlichen Ermittlungen richten sich bislang nicht gegen konkrete Personen. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittle wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt. Das teilte Sprecher Rolf Haferkamp am Montag mit. Zunächst müssten Fotos und Videos ausgewertet sowie Zeugen gehört werden. Wann dies abgeschlossen sei, sei derzeit noch nicht abzusehen.
10.21 Uhr: Die Verletzten der Tragödie vom Samstag sind außer Lebensgefahr. Das sagte ein Sprecher der Duisburger Staatsanwaltschaft am Vormittag. Mehr dazu lesen Sie hier.
9.59 Uhr: Die Stadt Duisburg will mit einer Trauerfeier der Opfer gedenken. Dazu würden derzeit Gespräche mit den Kirchen geführt, sagte Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) am Montagmorgen. Auch sollten im Laufe des Tages Kondolenzbücher im Rathaus ausgelegt werden.
9.06 Uhr: NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat bis auf weiteres Trauerbeflaggung für alle Dienstgebäude des Landes angeordnet. "Damit geben wir unserer tiefempfundenen Trauer und Verbundenheit mit den Angehörigen und Freunden der Opfer Ausdruck", sagte der Minister.
8.36 Uhr: Bei der Suche nach den Schuldigen für das Unglück in Duisburg lehnt Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) "Schnellverurteilungen" ab. Das Ermittlungsverfahren werde jetzt alle Details klären, sagte Körting am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Er wolle keine "Ferndiagnosen" machen, zeigte sich aber sicher, dass "alles aufgeklärt wird, weil man Konsequenzen für die Zukunft ziehen muss". Bei solchen Großveranstaltungen gebe es jedoch immer ein "Restrisiko".
8.06 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat gefordert, deutschlandweit alle Großveranstaltungen noch einmal auf den Sicherheitsaspekt hin zu überprüfen. Bei allen größeren Veranstaltungen müsse jetzt noch einmal überprüft werden, ob das jeweilige Sicherheitskonzept so gut sei wie es "nach menschlicher Vorausschau möglich ist", sagte Hermann im Deutschlandradio Kultur am Montag.
8.01 Uhr: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat am Sonntag die Opfer der Katastrophe im Krankenhaus besucht. Die SPD-Politikerin zeigte sich tief betroffen. Kraft hatte sich zwischenzeitlich Sorgen um ihren Sohn Jan gemacht, der mit Freunden zu Loveparade gefahren war. Er blieb unbeschadet. Lesen Sie mehr.
7.36 Uhr: Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, Frank Richter, fordert eine bessere Ausbildung von Ordnern bei Großveranstaltungen wie der Loveparade. Es reiche nicht, jemandem nur eine Binde umzulegen und zu sagen: "Du bist jetzt Ordner", kritisierte Richter am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Auch er monierte, das Gelände, auf dem die Loveparade in Duisburg stattfand, sei für eine solche Veranstaltung gar nicht ausgerichtet gewesen. Die GdP habe zwar darauf hingewiesen. Für die Sicherheit seien jedoch der Veranstalter und die Genehmigungsbehörde, nicht die Polizei zuständig gewesen.
7.18 Uhr: Unter Berufung auf ein internes Dokument der Duisburger Stadtverwaltung wird berichtet, dass die Veranstalter von der Einhaltung der vorgeschriebenen Breiten der Fluchtwege befreit worden waren. Zudem war das Gelände nur für 250.000 Menschen zugelassen. Hier lesen Sie mehr.
7.04 Uhr: CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach hat von voreiligen Schuldzuweisungen abgeraten. Zudem stellte Bosbach die Zukunft weiterer Massenveranstaltungen wie die Loveparade in Frage.
5.51 Uhr: Nach der Katastrophe stellen sich viele Fragen – angefangen von den Gegebenheiten auf dem Loveparade-Gelände über den Hilfseinsatz von Polizei, Feuerwehr und Seelsorgern bis hin zu dem Betreuungsangebot, das für traumatisierte Besucher des Festivals eingerichtet wurde. Fragen und Antworten zur Katastrophe.
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