Duisburg: "Theater ist kostengünstig"
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 21.11.2009Duisburg (RPO). Bei der vom Land vorgelegten Statistik über den Unterhalt ihrer Theater kommt Duisburg erschreckend schlecht weg. Das liege an der Unvergleichbarkeit der Zahlen, hieß es gestern bei den Duisburger Kulturbetrieben.
Kein Schauspiel
Die Stadt Duisburg finanziert kein eigenes Schauspiel-Ensemble wie Mülheim, Oberhausen oder Moers. Auf der Bühne des Stadttheaters gibt es ausschließlich Gastspiele und gelegentlich Koproduktionen.
soll 405 Euro für jeden Besucher des Sprechtheaters draufzahlen. So jedenfalls lässt sich die von der Landesregierung vorgelegte Statistik interpretieren, die gestern in der RP vorgestellt wurde. Ute Saalmann, Geschäftsführerin der Duisburger Kulturbetriebe und zugleich Verwaltungsleiterin Theater, stellte jetzt eine andere Rechnung auf. Die zitierten Zahlen der Landesregierung seien – bezogen auf Duisburg – "erstens teilweise falsch und zweitens nicht miteinander vergleichbar", so Ute Saalmann.
Die Statistik der Kulturbetriebe sehe so aus: Das Duisburger Sprechtheater habe pro Spielzeit durchschnittlich 23 000 bis 25 000 Besucher. Die vom Land angegebene Zahl von 12 813 Besuchern könne sie sich nicht erklären. Der Duisburger Etat für das Sprechtheater betrage 591 000 Euro. Damit würden Veranstaltungen auf der großen Bühne und im Foyer III durchgeführt. Diesen Ausgaben stünden Einnahmen aus dem Kartenverkauf in Höhe von 142 000 Euro entgegen.
Im Etat des Theaters seien Gebäudekosten von durchschnittlich 2,3 Millionen Euro enthalten, so genannte Transferzahlungen für die Duisburger Philharmoniker in Höhe von 990 000 Euro und die Aufwändungen für die Bereitstellung des spielfertigen Theaters für die Deutsche Oper am Rhein. Das Duisburger Theater sei schließlich kein reines Sprechtheater, sondern ein Dreispartenhaus (Ballett, Oper und Konzerte sowie Schauspiel). Das werde bei der Landesstatistik offenbar nicht berücksichtigt.
Hinzu kommen im Theaterhaushalt noch die Kosten für das Servicebüro, wo Tickets und Abonnements verkauft werden. In diesem Jahr betrage – laut Wirtschaftsplan – der Zuschuss für das Theater 5,1 Millionen Euro. Auf das Sprechtheater falle da nur ein vergleichsweise geringer Anteil.
Der Hauptgrund für die irreführende Statistik liegt nach Einschätzung von Ute Saalmann an der Unvergleichbarkeit der Theaterzahlen mit anderen Städten. Im Duisburger Theater gastiert die Deutsche Oper am Rhein, die bekanntlich als Zweistädte-Institut (Düsseldorf/ Duisburg) durchgeführt wird. Ute Saalmann: "Im Zuschussbedarf der Oper sind weder Gebäudekosten noch Kosten für die Spielfertigkeit des Duisburger Hauses enthalten, noch der Aufwand für die Orchester. So erscheint für das Theater Duisburg ein hoher Zuschussbedarf, der fahrlässig nun für das Sprechtheater als Aufwand dargestellt wird."
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