Duisburg: Tierisches Lesevergnügen
VON PETER KORTE - zuletzt aktualisiert: 28.05.2009Duisburg (RPO). Der Zoo am Kaiserberg besteht 75 Jahre. Zoochef Achim Winkler lässt die bewegende und spannende Zeit von den ersten Anfängen bis heute in einem 200 Seiten starken Jubiläumsbuch Revue passieren.
Der Duisburger Zoo, anfänglich noch Tierpark genannt, hat viele Höhen und Tiefen erlebt. Auf knapp 200 Seiten hat Zoodirektor Achim Winkler die wichtigsten Ereignisse zusammengefasst. Unter dem Titel "75 Jahre Zoo am Kaiserberg. Vom Duisburger Tierpark zum Zoo Duisburg" ist das Jubiläumsbuch mit einer Auflage von erst einmal 3000 Exemplaren ab sofort im Zoo sowie in den Buchhandlungen erhältlich. "Ein gelungenes Werk", meinte Winkler gestern bei der Vorstellung. Die Texte seien schnell aus der Feder geflossen, das Zusammenstellen der Bilder sei jedoch "Maloche" gewesen. Dabei sind es gerade die historischen und aktuellen Fotos, die den Charme und Reiz des Buches ausmachen. Die 19,80 Euro, die es kostet, sieht der Zoochef als "besonders günstig" an – damit es in möglichst vielen (Duisburger) Bücherregalen eine Heimstatt finden kann.
Emu und Esel blieben übrig
Auch der eingefleischte Zoo-Fan wird in dem Buch noch Neuigkeiten für sich finden. Möglicherweise die, dass, bevor der Zoo am 12. Mai 1934 als "Paradies der Tiere" seine Pforten öffnete, bereits 1933 in der Societät die erste Tierausstellung stattfand.
Der Zweite Weltkrieg brachte eine Zäsur, 1945 waren nur noch ein Emu, drei Flamingos, ein Esel und einige Schafe geblieben. Bereits 1940 hatten auf behördliche Anordnung alle Raubtiere getötet werden müssen. Bei den Bombenangriffen auf Duisburg hätten die Tiere aus dem Zoo flüchten und Menschen gefährden können.
Die Fotos aus dem Zooarchiv zeigen den schweren Anfang nach 1945. Viele Gehege waren zerstört. Großer Andrang herrschte – die schwarz-weiß-Bilder verdeutlichen das – am großen Raubtierhaus und dem wiedereröffneten Affenhaus. Älteren Duisburgern dürfte auch noch das "Bärenschaufenster" an der Mülheimer Straße aus den 1950er Jahren im Gedächtnis sein. Wer also blättert, wird immer wieder sein "aha-"Erlebnis haben. Vielleicht beim See-Elefanten "Moritz", der, wie seinerzeit üblich, noch vom bemützten Wärter gefüttert wurde. Oder bei der markanten Pylonbrücke der Weltausstellung von 1958, die so schön vibrierte, wenn Züge oder schwere Lkw darunter herfuhren.
Okapis und Delphine
Die tierischen Highlights stehen natürlich im Mittelpunkt. Die Okapis in den 1960er Jahren, natürlich die Delphine zur selben Zeit ("Erstmalig in Deutschland") und "Moby Dick", den der damalige Zoodirektor Dr. Gewalt (außerhalb des Zoo-Territoriums) auf dem Rhein "jagte". Als zoologische Raritäten präsentieren sich – besonders im Bild und inzwischen auch in Farbe – Pinselohrschweine, Bärenstummelaffen, Koalas und der Nacktnasenwombat, sozusagen das Kuscheltier bei vielen Presseterminen.Jetzt alles auf knapp 200 Seiten wiederzufinden.
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