Duisburg: TKS: 700 Jobs in Duisburg weg
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 09.05.2009Duisburg (RPO). Vorstand und Betriebsrat von ThyssenKrupp haben sich Freitag auf den Abbau von 1800 bis 2000 Stellen verständigt. Nach Einschätzung der IG Metall könnten allein in Duisburg bis zu 700 Arbeitsplätze wegfallen.
Am Ende waren sich Betriebsrat und Vorstand einig. "Wir halten an der eindeutigen Zielsetzung fest, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Das gilt ebenso für Betriebsstilllegungen bis zum vereinbarten Zeitraum", erklärte TKS-Arbeitsdirektor Dieter Kroll gestern nach der Aufsichtsratssitzung. Die Stellenstreichungen sollen dank eines ganzen Bündels von sozialverträglichen Maßnahmen bis Ende September 2010 vollzogen werden. Das Geschäftsjahr bei ThyssenKrupp beginnt jeweils am 1. Oktober und endet am 30. September des Folgejahres.
Keine Überraschung
"Die Zahlen überraschen jetzt nicht", meinte Duisburgs IG Metall-Chef Jürgen Dzudzek in einer ersten Stellungnahme. Er gehe davon aus, dass etwa 600 bis 700 Stellen in Duisburg wegfallen werden. Die Gewerkschaft war im Vorfeld in die Sozialplanverhandlungen mit eingebunden. Die meisten Stellen ließen sich im Wege der Altersteilzeit verwirklichen. "Wenn Stahlarbeiter ein attraktives Angebot erhalten, das sich für sie rechnen, dann sind sie meist weg", so Dzudzek. Schwieriger sei es im Angestellten-Bereich: "Da wollen viele noch nicht in die Altersteilzeit, auch wenn die finanziellen Konditionen eigentlich stimmen." Neben Altersteilzeitregelungen sind auch Maßnahmen wie ein freiwilliges Ausscheiden mit Abfindungszahlung vorgesehen. Arbeit, die an Fremdfirmen ging, soll verstärkt wieder von eigenen Mitarbeitern erledigt werden. Zudem sieht ein neuer Vertrag vor, mehr als 80 Auszubildende für zwei Jahre mit einer Teilzeit von 28 Wochenstunden zu übernehmen. "Die jungen Leute bekommen dann einen Zuschuss und werden für 30 Stunden bezahlt", so Dzudzek. In der Konzernaufsichtsratssitzung am Mittwoch nächster Woche soll die Neuaufstellung von ThyssenKrupp in die Wege geleitet werden. Die Betroffenen gehen davon aus, dass auch dann das Wort noch gilt, betriebsbedingte Kündigungen im Stahlbereich zu vermeiden.
Angespannte Stimmung
Bernd Kruse von der Vertrauenskörperleitung der IG Metall in Hamborn / Beeckerwerth: "Wenn das nicht der Fall ist, dann sind wir ganz schnell an der Villa Hügel in Essen." Die Stimmung in der Belegschaft sei angespannt.
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