Duisburg: Totale Pleite - Spart sich Duisburg kaputt?
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 12.02.2010 - 17:43Schwimmbäder dicht, das Filmforum steht kurz vor der Schließung, und der beliebte Sportlerball findet in diesem Jahr auch nicht mehr statt. Und Jugendzentren droht das Aus. Duisburg streicht die so genannten freiwilligen Leistungen gnadenlos zusammen. Trotz der finanziellen Not: Die Love-Parade wird wohl stattfinden. Und das bringt viele Bürger mächtig auf die Palme.
Diskutieren Sie mit! Können Sie es verstehen, dass Duisburg die Love Parade ausrichten kann, aber keine 10.000 Euro für den Sportlerball mehr übrig hat? Oder sind Sie der Meinung, dass die Love Parade gut für die Stadt Duisburg ist. Schreiben Sie uns Ihre Meinung in die Mecker-Box.
Beispiel Jugendzentren Die Stadt Duisburg plant aus Kostengründen, den Jugendverbänden den Geldhahn abzudrehen. Das Haushaltssicherungskonzept sieht drastische Einsparungen in dem Bereich vor. Für viele Jugendzentren in Duisburg wäre das das Aus, sie müssten schließen. Und was noch viel schlimmer wäre: Kinder und Jugendliche, die von den Mitarbeitern der Jugendeinrichtungen betreut werden, würden auf der Straße sitzen. Gerade in einer Stadt wie Duisburg hätte das fatale Folgen für viele Jugendliche. Weil es in der Stadt, insbesondere in den sozialen Brennpunkten, kaum Alternativen für sie gibt. Der Duisburger Jugendring warnt bereits vor unabsehbaren Folgen. Am Freitgnachmittag zogen Kinder, Jugendliche und Mitarbeiter der Jugendzentren vor das Rathaus am Burgplatz, um gegen die geplanten Kürzungen zu demonstrieren.
Beispiel Schwimmbäder Dass einige Bademeister sich aus den städtischen Kassen bedient haben sollen, dafür kann die Stadt nichts. Aber an diesem Beispiel wird die finanzielle Not der Stadt Duisburg besonders deutlich. Die kriminellen Bademeister sollen entlassen worden sein. Ersatz soll es für sie bislang noch nicht gegeben haben - wird es vielleicht auch gar nicht geben. Denn neues Personal muss erst in Düsseldorf vom Regierungspräsidenten genehmigt werden, weil die Stadt pleite ist. Und es ist mehr als fraglich, ob der Regierungspräsident dem Antrag auf neues Personal zustimmen wird. Denn die Stadtoberen haben bereits angekündigt, in den nächsten Jahren etwa 700 Stellen zu streichen. Resultat: Duisburg fehlen Bademeister für ihre Schwimmbäder an allen Ecken und Kanten. In Rheinhausen und Walsum mussten deswegen in dieser Woche bereits die Hallenbäder geschlossen werden.
Beispiel Filmforum Die Schließung des renommierten und weit über die Stadtgrenzen bekannten Lichtspielhauses am Dellplatz scheint beschlossene Sache zu sein. Da werden wohl auch die gesammelten 3000 Unterschriften gegen die Schließung nicht mehr viel bewirken können. Zum Hintergrund: Bislang ist nicht sicher, ob das Filmforum über dieses Jahr hinaus auf den jährlichen Verlustausgleich aus dem Stadt-Etat rechnen kann. Wird diese Summe gestrichen, so droht nach Einschätzung des Filmforum-Geschäftsführers Kai Gottlob dem kommunalen Kino, das in diesem Jahr 40 Jahre alt wird, für 2011 das Aus. Das Filmforum ist das erste und erfolgreichste kommunale Kino in Deutschland.
Beispiel Sportlerball Die Stadt Duisburg hat den Sportlerball in diesem Jahr wegen der klammen Kassen gestrichen, da es sich dabei um eine so genannte freiwillige Leistung handelt. Einsparungen rund 10.000 Euro. Nicht nur viele Sportler sind deswegen sauer.
Diese drei Beispiele zeigen, wie dramatisch die finanzielle Lage der Stadt ist. Viele Bürger sind mittlerweile wütend. Vor dem Hallenbad in Wanheim demonstrierten bereits verärgerte Badegäste gegen die Schließung ihres Hallenbades. Weitere Aktionen sollen schon geplant sein. Zur Rettung des Filmforums hat sich ebenfalls massiver Widerstand formiert. Viele Bürger können nicht verstehen, dass für die Love Parade Geld da ist, gleichzeitig aber keine 10.000 Euro für den Sportlerball von der Stadt zur Verfügung gestellt werden.
Aber es drohen nuch viele weitere Einschnitte in allen Bereichen. Lesen Sie hier, wie die Stadt Duisburg Geld in ihre leeren Kassen spülen möchte.
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