Duisburg: Toter "Bandido": Prozess beginnt im März
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 21.01.2010 - 12:19Am 25. März soll die Hauptverhandlung gegen den 31-jährigen Timur A., der am 8. Oktober in Duisburg ein "Bandido"-Mitglied erschossen haben soll, beginnen. Aus Sicherheitsgründen könnte der Prozess nach Düsseldorf verlegt werden.
Die Staatsanwaltschaft klagt Timur A. wegen Mordes und versuchten Totschlags an. Der 31-Jährige soll am Abend des 8. Oktobers 2009 aus seinem Auto heraus im Duisburger Rotlichtviertel an der Charlottenstraße den 32-jährigen "Bandido" erschossen haben. Anschließend soll er noch zwei weitere Schüsse auf das Lokal "Bandidos-Place", dem Treffpunkt der Rocker an der Charlottenstraße, abgegeben haben. Danach flüchtete er mit seinem Wagen, stellte sich aber einen Tag später, am 9. Oktober, der Polizei. Seitdem sitzt der 31-Jährige in Untersuchungshaft. Der Angeklagte soll dem Umfeld der Rockergruppe "Hells Angels" angehören, die mit den "Bandidos" verfeindet sind. Motiv für die Bluttat soll ein Streit um eine Frau gewesen sein. Ob Timur A. die Tat bereits gestanden hat, ist nicht bekannt.
Die Hauptverhandlung soll am 25. März vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Duisburg beginnen. Bisher sind noch vier weitere Verhandlungstermine angesetzt. Aus Sicherheitsgründen könnte die Verhandlung aber auch noch in den Hochsicherheitstrakt des Landgerichts in Düsseldorf verlegt werden. Die Polizei erwartet, dass Mitglieder der "Bandidos" und der "Hells Angels" zu den Prozesstagen in großer Zahl vor dem Gericht erscheinen werden.
Die Bluttat löste in den folgenden Wochen "Rocker-Krawalle" im ganzen Ruhrgebiet und im Bergischen Land aus. In Duisburg lieferten sich wenige Wochen später die verfeindeten Rocker-Gruppen eine wilde Straßenschlacht im Rotlichtviertel, Schüsse auf Vereinsheime wurden abgegeben, die Polizei richtete eine Sonderkommission "Rocker-Krawalle" ein.
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