Duisburg: Tränen flossen bei der allerletzten Messe
VON SEBASTIAN KAPP - zuletzt aktualisiert: 29.06.2009Duisburg (RPO). Hüttenheim Vielen Gästen standen die Tränen in den Augen, als der Organist in der katholischen Kirche Maria Himmelfahrt zur "Toccata und Fuge" von Johann Sebastian Bach ansetzte. Denn nun war der endgültig letzte Gottesdienst in dieser Kirche vorüber.
Die eigentliche Schließung der Gemeinde fand aufgrund von Umstrukturierungsmaßnahmen zur Großgemeinde Judas Thaddäus bereits im Januar 2008 statt. Dennoch wurde bis gestern jeden Sonntag ein Gottesdienst abgehalten. Von nun an wird sich die Gemeinde der St. Stephanus-Gemeinde in Ungelsheim anschließen. Beachtlich ist die Tatsache, dass die Kirche dennoch gut gefüllt war – und dies gilt nicht nur für das gestrige feierliche Ende, sondern generell für die Zeit, in der die Gemeinde de facto weiterhin existierte.
Neben den Gemeindemitgliedern strömten auch viele Fortgezogene in das denkmalgeschützte Gotteshaus, um Abschied von "ihrer" Kirche zu nehmen. Dabei wurde es teilweise sehr emotional. Nicht jedem gelang es, seine Tränen zu unterdrücken, auch war öfter ein Schluchzen zu vernehmen. Die Tatsache, dass zudem auch noch der Gemeindechor, der im Dezember sein 85-jähriges Bestehen gefeiert hätte, aufgelöst wurde, unterstützte den traurigen Charakter umso mehr.
Wie ein letztes Aufbäumen
Doch war es ausgerechnet dieser, verstärkt durch den Chor "TonArt" unter der Leitung von Andreas Rabeneck, der den Charakter des Gottesdienstes in ein beinahe fröhliches Beisammensein verwandelte. Mit modernen Kirchenliedern unterstützten die Sänger den Tenor von Pastor Klaus Schertes: "Der Tod hat nicht das letzte Wort, denn das hat der Herr" – als sei es noch einmal ein letztes Aufbäumen gegen das Ende der Chortätigkeit.
Dabei entwickelte die Messe jedoch teilweise bizarre Züge. Die durchweg positiven und fröhlichen Lieder des Chores verstärkten eher noch die tristen Emotionen der ohnehin schon sensibilisierten Gemeinde.
Anschließend waren alle Gäste zum traditionellen Gemeindetreff im Begegnungs- und Beratungszentrum der Caritas eingeladen. Zumindest dieser Ort des Zusammenseins bleibt den Hüttenheimern erhalten.
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