Duisburg: Trauer um Günter Heiser
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 26.09.2006Duisburg (RPO). Der ehemalige Bezirksvorsteher Rheinhausens ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Politiker aller Couleur zeigten sich gestern überrascht und erschüttert.
Die Nachricht raste gestern wie ein Lauffeuer durch Rheinhausen: Günter Heiser ist tot. Der ehemalige Bezirksvorsteher ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Der populäre Politiker erlag am Sonntag einem Herzleiden, eine Notoperation in der vergangenen Woche konnte ihn nicht mehr retten.
Politiker aller Parteien waren gestern wie vor den Kopf gestoßen. Bereits Mitte des Monats hatte Heiser zwar über gesundheitliche Probleme geklagt, ließ es sich aber nicht nehmen, dennoch am Abschiedsempfang für die englische Delegation aus Sedgefield wenigstens kurz teilzunehmen und auch auf der Rheinhauser Kirmes vorbei zu schauen. „Er hat nie viel Aufhebens um seine Person gemacht, deshalb wussten wir auch nicht, wie krank er tatsächlich war“, sagte gestern Claudia Leiße (Grüne). Bezirksvorsteherin Katharina Gottschling würdigte Heiser: „Er war immer geradlinig und überparteilich. Er hatte immer ein offenes Ohr für die Bürger und war für die Bezirksvertreter stets ein guter Ratgeber.“
Zehn Jahre lang war Heiser Bezirksvorsteher gewesen. Vor den Kommunalwahlen 2004 beschloss er, anderen Platz zu machen. „Ich möchte nicht, dass mich eines Tages in die Bezirksvertretung hineintragen muss“, sagt er damals mit dem für ihn typischen Humor. Witz und Geselligkeit zeichneten Heiser aus. Karsten Vüllings (FDP): „Er war ein Mensch, mit dem Mann jedes Problem an jedem Ort besprechen konnte. Er hat sich das dann oft auf einem halben Bierdeckel notiert und auch geholfen, wenn er konnte.“ Ähnlich hat Ferdi Seidelt (CDU) Heiser in Erinnerung: „Er war ehrlich, bescheiden und hilfsbereit. Ein Satz von ihm war oft mehr als eine ganze Debatte. Sein Lebenstraum war es, den Bezirk ins neue Jahrtausend zu führen.“
Erschüttert zeigte sich gestern Bezirksamtsleiter Heinz Trappmann, der mit Heiser während seiner Jahre als Bezirksvorsteher eng zusammen gearbeitet hat. „Er gehörte nicht zu den Menschen, die sich morgens im Bett fragen, ob sie einen Grund haben, liegen zu bleiben“, so Trappmann. „Er ging ganz in seiner Aufgabe auf.“
Bis zuletzt hatte Heiser ein reges Interesse am Geschehen in Rheinhausen bewahrt. Vor kurzer Zeit zog er nahm er einen Umzug in die Innenstadt auf sich, um „näher dran zu sein“. Politisch engagierte er sich noch bei den Hochemmericher SPD-Senioren. Dem Ortsverein war er seit 1964 verbunden gewesen. Den Ortsvereinsvorsitz gab er auf, als er Bezirksvorsteher wurde. Der jetzige Ortsvereinsvorsitzende Dirk Smaczny sieht Heiser als seinen Ziehvater im Amt: „Ohne Günter Heisers Hilfe hätte ich das nie geschafft.“
Mit Alt-Bürgermeister Friedel Genender verband Günter Heiser auch eine langjährige persönliche Freundschaft. „An ihm konnte man sich so richtig hochziehen“, sagte gestern Genender. Auch SPD-Fraktionschef Reiner Friedrich und Bezirksvertreter Rudi Lisken, der für so manchen Wutausbruch Heisers in der Bezirksvertretung gesorgt hatte, waren fassungslos. „Das ist ein herber Schlag“, so Lisken. „Wir haben oft gekebbelt, aber uns immer wieder vertragen.
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