Duisburg: Traumzeit hat neuen Leiter
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 10.12.2008Duisburg (RPO). Tim Isfort wird neuer künstlerischer Leiter des Traumzeit-Musikfestivals. Zur Zeit wird geprüft, wie rechtsverbindlich die Verhandlungen von Wilfried Schaus-Sahm sind, der die „Traumzeit“ vor zwölf Jahren gegründet hatte.
Der Musiker, Arrangeur und Produzent Tim Isfort wird neuer künstlerischer Leiter des Traumzeit-Musikfestivals. Gestern stellten Kulturdezernent Karl Janssen und der Leiter des Festivalbüros, Frank Jebavy, den „neuen Mann“ vor, der in der Duisburger Musikszene schon seit Jahren gut bekannt ist.
Ab 1. Januar 2009 wird Tim Isfort für die künstlerische Leitung des Traumzeit-Festivals verantwortlich sein. Isfort bekommt einen Künstlervertrag, zunächst für die beiden kommenden Jahre. Wie berichtet, ist Wilfried Schaus-Sahm, der vor zwölf Jahren das Traumzeit-Festival gegründet hatte, von seinem Amt zurück getreten. Er wird künftig in der Stadtverwaltung tätig sein. Hintergrund sollen Auseinandersetzungen um das Budget und die Prioritäten beim Festival-Programm gewesen sein. Tim Isfort sagte gestern Nachmittag, dass er von dem Angebot, die Traumzeit zu leiten, „total überrascht“wurde. Nach einigen schlaflosen Nächten habe er sich entschieden, das Angebot anzunehmen. Er verhehle nicht, dass er den Rückzug von Schaus-Sahm mit einem weinenden Auge betrachte; schließlich habe dieser die Traumzeit zu einem bedeutenden Festival gemacht. Er selber wolle versuchen, das Programm zu öffnen und neue Besucherschichten in den Landschaftspark zu locken. Konkreter könne er noch nicht werden.
Tim Isfort steigt in die laufenden Planungen zur Traumzeit ein. In diesen Wochen werde, so Janssen und Jebavy, geprüft, wie verbindlich die bisherigen Verhandlungen sind, die Wilfried Schaus-Sahm geführt hat. Jebavy und Janssen gehen davon aus, dass es Verträge mit Musikern gibt, die eingehalten werden müssen, und Optionen, bei denen noch entschieden werden kann, ob man die Verhandlungen bis zur Vertragsreife weiterführen möchte. Offen sei auch, ob die von Schaus-Sahm anvisierte Auftragskomposition schon fest vereinbart ist oder noch abgesagt werden kann. Vielleicht gebe es auch eine andere Lösung, mit der alle leben können, meinte Jebavy.
Tim Isfort hat einen guten Namen als Musiker, Komponist und Arrangeur, der vorzugsweise genreübergreifende Projekte realisiert. Vor einigen Jahren trat er selber mit einem skurrilen Oktett bei der Traumzeit auf. Isfort arbeitete mit internationalen Größen wie Blixa Bargeld, Trilok Gurtu, Katharina Thalbach, Irm Hermann und Christian Brückner zusammen.
Sein größter Duisburger Auftrag war die Eröffnungsveranstaltung zu den diesjährigen Akzenten in der Kraftzentrale. Unter dem Titel „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ koordinierte er eine Collage aus Musik, Text und Film, bei der es um die Arbeitswelt ging. Isfort entwarf dazu auch das Bühnenbild.
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