Duisburg: Trommelwirbel für den Super-Kran
VON NILS HERRMANN - zuletzt aktualisiert: 18.04.2008Duisburg (RPO). Mit einer spektakulären Zeremonie wurde gestern der weltgrößte Kran in einem Binnenhafen auf dem Logport-Gelände eingeweiht. Er ist Teil einer Strategie der Betreibergesellschaft zur Stärkung Duisburgs als Logistikstandort in Europa.
rheinhausen Große Symbolik gebührte dem Star des Tages: Mit einem gemeinsamen Händedruck auf den eigens herbeigeschafften, Startknopf läuteten NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Oberbürgermeiser Adolf Sauerland, der Duisburger Hafenchef Erich Staake, NYK-Europa-Vize Masamichi Morooka und CMA CGM-Vize Farid Salem gestern die Einweihung des weltgrößten Container-Krans im Binnenland ein.
Blau-weißer Rauch
Sekunden später hallen 20 Salutschüsse über den 37 500 Quadratmeter großen Containerhafen D3T (Duisburg Trimodal Terminal) auf dem Logport-Gelände an der Rotterdamer Straße. Ein Güterzug rollt bis an den blau lackierten Koloss heran. Unter dem Trommelwirbel einer Düsseldorfer Tayko-Gruppe heben zwei riesige, 80 Tonnen schwere Gabelstapler drei zwölf Meter lange Überseecontainer von den Waggons.
Duisport
Die Duisburger Hafen AG ist die Eigentümergesellschaft des Duisburger Binnenhafens. Die Duisport-Gruppe bietet für den Hafen logistische Dienstleistungen wie beispielsweise den Aufbau und die Optimierung von Transport- und Logistikketten, Schienengüterverkehrsleistungen, Gebäudemanagement und Verpackungslogistik.
Vor den Augen zahlreicher Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien werden die Container der Reihe nach unter dem Kranausleger abgestellt. Blau-weißer Rauch, die Farben des Logport-Betreibers „Duisport“, quillt hinter den Containern hervor und unterstreicht den finalen Akt des Schauspiels. Am Haken des annähernd 37 Meter hohen Krans wird nun ein weiterer vier Tonnen schwerer Container mittig auf den in Reihe platzierten abgesetzt.
Der Kran ist ein Superlativ, das unübersehbare Aushängeschild des D3T. Er beschert dem Duisburger Containerumschlagplatz, als erstem in ganz Europa, einen Seehafen-Status. Das Terminal selbst sieht Hafen-AG-Vorstand Erich Staake als „die Antwort auf die schnell wachsenden Ladungsströme und die zunehmende Stausituation in den Seehäfen“.
Die großen Häfen in Norddeutschland und den Benelux-Ländern können die Menge der gelieferten Container nicht mehr allein bewältigen. „Deshalb benötigen die Nordseehäfen leistungsfähige Hinterlandsysteme“, erläutert Staake. D3T sei ein weiterer Schritt, um Duisburg als wichtigste Drehscheibe für den Güterverkehr in Zentraleuropa zu etablieren.
Silicon Valley der Logistk
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bezeichnete die Stadt Duisburg als „das Silicon Valley der Logistik“. Rund 36 000 Arbeitsplätze habe der Binnenhafen direkt oder indirekt geschaffen und gehöre mit seinen mehr als 900 000 pro Jahr umgeschlagenen Containern zu den Top 100 der weltweiten Containerhäfen. „Duisport ist für Nordrhein Westfalen ein echter Standortvorteil. Und für die Stadt ein sichtbares Zeichen des Aufbruchs“, so der Landesvater. „D3T wird nicht das letzte innovative Konzept bleiben“, versicherte Erich Staake.
Masamichi Morooka vom japanischen Logistikunternehmen NYK sowie Farid Salem von der französischen Großreederei CMA CGM werden diese Ankündigung mit Freude zur Kenntnis genommen haben. Beide nutzen den Duisburger Binnenhafen seit Jahren als Warenumschlagsplatz.
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