Duisburg: Trotz Schnee: Chaos bleibt aus
VON PETER KORTE UND CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 21.12.2009 - 12:52Duisburg (RPO). Staus und zähfließender Verkehr auf den Autobahnen, Ausfälle von Zügen und Straßenbahnen, Verspätungen bei Bus und Bahn der Winter hatte Duisburg und die Region fest im Griff. Unfälle verliefen zumeist glimpflich, es blieb bei meist bei Blechschäden.
20 Karambolagen bearbeitete die Polizei am Sonntag während des starken Schneefalls, beim Berufsverkehr am frühen Morgen, so hieß es weiter, gab es keine „bemerkenswerten Auffälligkeiten”. Zu einem kilometerlangen Stau kam es am Morgen, als sich ein Lkw auf der A40 in Höhe der Ausfahrt Hafen querstellte. Die A40 musste während der Bergungsarbeiten kurzzeitig gesperrt werden.
Ebenfalls war die Geduld der Verkehrsteilnehmer auf der A42 zwischen dem Kreuz Kamp-Lintfort und Baerl gefragt, weil sich dort ein Unfall ereignete. Auch die Busse und Bahnen der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) kamen nicht immer so vorwärts, wie es sich die Schüler und Berufstätigen gewünscht hätten. Dennoch waren die Busse und Straßenbahnen der Duisburger Verkehrsgesellschaft fast alle im Einsatz. Die Linienbusse hatten wie die Personenwagen mit Schnee und glatten Straßen zu kämpfen, bei den Bahnen kam es zu zwei Störungen und einem längeren Ausfall.
Auch die Regionalbahnen waren vom Wintereinbruch betroffen. Züge hatten am Montagmorgen teilweise mehr als eine Stunde Verspätung. An den Bahngleisen in Duisburg hielten sich viele Wartende mit heißen Getränken warm. „Wir sind aber wieder gut unterwegs. Die Lage auf den Gleisen in Duisburg und im Kreis Wesel entspannt sich langsam”, berichtet ein Bahnsprecher. Verantwortlich für die teils erheblichen Verspätungen seien vor allem technische Defekte an den Zügen sowie vereiste Weichen. Bis in den Nachmittag hinein müssten Bahnreisende noch mit Verspätungen der Züge rechnen.
Auf der Glaserstraße in Wanheimerort hatte sich ein Lkw mit seinem Auflieger derart auf der Straße verkeilt, dass die Linie 903 Pause machen musste, auf der Düsseldorfer Straße hatte sich ein Pkw beim Abbiegen im Gleisbett festgefahren, so dass erst ein Abschleppfahrzeug kommen musste, ehe die U 79 ihre Fahrt fortsetzen konnte. Für die Linie 901 war von Betriebsbeginn (3.53 Uhr) bis 8.16 Uhr Richtung Mülheim schon der Zoo Endstation, weil in Mülheim Gleise vereist waren.
Es wurde ein Busersatzverkehr eingerichtet. Die rund 100 Mitarbeiter der Stadtreinigung der Wirtschaftsbetriebe sind seit Sonntag 4.40 Uhr durchgehend mit 20 Großstreufahrzeugen, 28 Kleinkehrmaschinen und 26 Kolonnenfahrzeugen im Einsatz. Bis gestern Vormittag wurden 850 Tonnen Streusalz benötigt, die, mit Wasser vermischt, als Feuchtsalz gegen die Glätte verwendet wurden. Erst einmal wurden nur die Hauptstraßen (Dringlichkeitsstufe 1) mit einer Streulänge von 930 Kilometern abgestreut. Erst nach und nach werden dann die Straßen der Stufe 2 (250 Kilometer) in Angriff genommen.
Probleme waren oft Schneeverwehrungen, so dass gerade geräumte Fahrbahnen rasch wieder mit Schnee bedeckt waren. Zusätzlich sind ebenfalls rund 100 Mitarbeiter aus dem Bereich Grünflächen unterwegs, um Gehwege an Spielplätzen, Grünanlagen und Parks vom Schnee zu befreien. Die Wirtschaftsbetriebe bitten dringend darum, dass die Transportwege zu den Müllgefäßen und vor allem zu den Müllgroßbehältern freigeräumt werden. Die Müllabfuhr läuft „so weit wie möglich normal”.
Erinnert wird daran, dass wegen der Feiertage die Abfuhr von Hausmüll und Papier einen Tag früher erfolgt. Bei den Schulen verlief der Unterricht weitgehend normal. Das Schulministerium hatte den Unterrichtsbesuch freigestellt, die Eltern konnten entscheiden, ob sie ihre Sprösslinge in die Schule schickten oder nicht. Bei der Gesamtschule Mitte mit 1250 Schülern waren gerade mal drei Kinder abgemeldet worden, auch in die Grundschule Böhmerstraße kamen die meisten Mädchen und Jungen.
Ganz normaler Unterricht herrschte auch am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, aber auch dort hatte es Anrufe durch die Eltern gegeben.Offensichtlich verstärkt nutzten die Situation allerdings junge Menschen, die das Kaufmännische Berufskolleg Walter Rathenau besuchen. Sie meldeten sich verstärkt wegen der „schwierigen Verkehrslage” ab. Auch andere Schüler sowie Lehrer seien, so Schulleiter Peter Krommwehr, wegen der Problematik auf den Straßen zu spät gekommen, doch der Unterricht habe ganz normal stattfinden können.
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