Hochwasser in Duisburg: Überschwemmungen im Süden
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 14.01.2011 - 19:30Das Hochwasser hat im Duisburger Süden für große Überschwemmungen gesorgt. Spielplätze, Straßen und Unterführungen sind gesperrt. Nicht der Rhein, sondern ein kleiner Bach ist für Fluten verantwortlich
Das Kopfschütteln des Anwohners ist kaum zu übersehen. Über die Brücke über den Rahmer Bach zwischen den Straßen „Am Rahmer Bach“ und „Am Thelenbusch“ kann er nicht gehen, weil sie unter Wasser steht. Statt der Abkürzung muss er jetzt rund 200 Meter laufen, nur um auf die andere Seite zu kommen. „Wenn man bedenkt, wie viel Schnee in diesem Jahr war, ist das nicht erstaunlich. So was hatten wir zuletzt vor 30 Jahren. Naja, das wird schon wieder“, so der rund Anwohner.
Ein paar Meter weiter spritzt das Wasser auf, als ein Auto sich seinen Weg durch die Fluten bahnt. Noch ist das Durchkommen möglich. Doch der Jogger, der am Straßenrand vorbeiläuft, muss dem spritzenden Wasser ausweichen. In Rahm sorgte das Übertreten des Rahmer Baches bedingt durch die Wassermenge der Anger, die mit dem Bach verbunden ist, für Zustände, wie man sie nur von Flüssen kennt: überflutete Straßen und Tunnel, Brücken unter Wasser und abgesperrte Wege.
Entlastungsöffnungen
Schon eine Tag zuvor hatte die Anger in Düsseldorf am Nachmittag im Bereich Am Mühlendamm mit 1,60 Metern bedenkliche Höhen erreicht. Auf einer Länge von 100 Metern mussten 110 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Umweltamt und des Bergisch-Rheinischen Wasserverbands den Deich des Baches sichern. 1500 Sandsäcke und Folie wurden bis tief in die Nacht aufgeschichtet, um den westlichen Deich Am Mühlendamm zu entlasten. Auch ein so genannter Schreitbagger wurde eingesetzt, um nach Süden in Richtung An der Anger eine Entlastungsöffnung in den Deich zu baggern. Doch dies hat für Duisburg nicht geholfen. Die Füße der Rahmer wurden nass.
Wie Silke Kersken, Sprecherin der Wirtschaftsbetriebe Duisburg gestern unserer Zeitung sagte, habe man sofort reagiert. „Wir haben Sandsäcke aufgeschichtet und einen Straßenabschnitt, der überschwemmt war, abgesperrt“, so Kersken. Zudem wurde der anliegende Kinderspielplatz mit einem Bauzaun gesichert. „Das Wasser fließt langsam ab, so dass wir die Straßen danach dann wieder frei geben können“, so die Sprecherin weiter. Anders als bei einem Fluss könne man bei einem Bach jedoch nicht von Pegelständen sprechen.
Dass der Rahmer Bach aus seinem Flußbeet ausgetreten sei, liege auch daran, dass es bei Bächen, anders als bei Flüssen, keine Auslaufmöglichkeiten gebe.
Dass es jedoch Am Thelenbusch häufiger zu Überschwemmungen komme, dass konnte Kersken gestern nicht bestätigen. „Es wäre mir neu, wenn es dort eine problematische Situation gebe, wenn Hochwasser ist“, so Kersken.
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