Duisburg: Uni: In Sachen Energie weltklasse
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 16.09.2008Duisburg (RPO). In nur eineinhalb Jahren entstand auf dem Duisburger Campus der Uni Duisburg-Essen ein einzigartiges Testzentrum für Brennstoffzellen. Gestern Abend hat NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben das „TAZ“ für den Betrieb eröffnet. TAZ steht für Test-, Applikations- und Assemblierungszentrum. Der Bau selber hat sechs Millionen Euro gekostet; die Ausstattung des TAZ zusätzliche zehn Millionen.
Das gestern eröffnete Testzentrum ist Bestandteil des bestehenden Zentrums für Brennstoffzellen-Technik. Die enge Verbindung der Grundlagenforschung mit der neuen Möglichkeit, diese Technik auch zu testen, gilt europaweit, vielleicht sogar weltweit, als einmalig. Die Arbeitsfelder des TAZ umfassen Fertigungstechnik, Montage, Inbetriebnahme, Tests und Bewertung von Brennstoffzellen, Komponenten und Gesamtsystemen.
Prof. Dr. Angelika Heinzel, Geschäftsführerin des Zentrums für Brennstoffzellen-Technik (ZBT), sagte gestern im Pressegespräch: „Wir können nun für die Industrie erforschen, wie man mit der Brennstoffzellen-Technik in die Produktion einsteigen kann.“ Die Brennstoffzellen-Technik wird zurzeit hauptsächlich für den „kleineren Energiebedarf“ von meist kostenintensiven Geräten genutzt (Laptop, Medizin-Technik, elektronisches Spielzeug usw.).
Es zeichne sich aber ab, dass der Hausenergie-Sektor und auch die Automobilindustrie auf die Bennstoffzellen-Technik zurückgreifen werden. Heute arbeiten am ZBT 70 qualifizierte Mitarbeiter, demächst werden es wohl 90 sein, so Frau Prof. Heinzel.
Bereits heute werden die Dienstleistungen des ZBT von der Industrie stark nachgefragt. Gestern war die Rede von mehr als 100 Industriekontakten. Es sei davon auszugehen, dass mit dem neuen Testzentrum die Nachfrage noch steigen wird. Ministerin Thoben sagte, dass durch das nun verstärkte Brennstoffzellen-Zentrum das Land Nordrhein-Westfalen seine Stellung als „Energiestandort Nummer eins“ untermauert habe.
Uni-Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke kündigte an, dass die Hochschule seine gesamte Forschungs- und Entwicklungsarbeit in Bezug zu Energiefragen demnächst bündeln wolle. Das ZBT sei dabei ein wichtiger Baustein.
Für Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist das nun erweiterte ZBT das beste Beispiel für das städtische Impulsprogramm zum Strukturwandel. Darüber hinaus deutete Sauerland an, dass in Wedau ein universitätsnaher Betrieb errichtet werden soll, der die Forschungs- und Testergebnisse des ZBT nutzen beziehungsweise umsetzen wird. Näheres sei in drei Wochen spruchreif.
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